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Über die Autorin

Über das Buch

Impressum

Hinweise des Verlags

Kate N. Thieda

Ich bin an deiner Seite

Hilfen für Partner von Menschen mit Ängsten


Aus dem amerikanischen Englisch
von Christoph Trunk

Patmos Verlag

INHALT

Einleitung

Wie dieses Buch Ihnen helfen kann

1. Was ist Angst und wie wird sie behandelt?

Was ist Angst?

Häufige Angstsymptome

Der Unterschied zwischen »gewöhnlicher« Angst und einer Angststörung

Formen von Angststörungen

Angst bei Frauen und bei Männern

Die Behandlung von Angststörungen

Und wie geht es weiter?

2. Wie wirkt sich Angst auf die Paarbeziehung aus?

Zusammenhänge zwischen Kommunikation und Angst

Angst in sozialen Situationen

Sexuelle Intimität und Angst

Angst und Emotionssteuerung

Angst im Berufsleben

Ängste und Kindererziehung

Und wie geht es weiter?

3. Typische Reaktionen auf die Ängste des Partners

Frustration

Wut

Einsamkeit

Traurigkeit

Schuldgefühle

Angst

Wie Zugeständnisse an die Angst die Lage verschlimmern

Klug mit Ihren Ressourcen umgehen

Und wie geht es weiter?

4. Hilfreiche Kommunikationsstrategien

Gute Kommunikation

Warum gute Kommunikation besonders wichtig ist, wenn Ihre Partnerin unter Ängsten leidet

Sprech-Tools

Zuhör-Tools

Kommunikationsfallen

Wenn Ihre Partnerin beim Gespräch stark angespannt oder sehr unruhig wird

Zuversichtlich bleiben

Und wie geht es weiter?

5. Techniken, die Angst und Anspannung abbauen helfen

Ablenkung durch angenehme Aktivitäten

Gemeinsame Achtsamkeitsübungen

Dem Partner helfen, Alternativgedanken zu üben

Den Partner beim Üben positiver Affirmationen unterstützen

Bauchatmung

Progressive Muskelentspannung

Imagination

Und wie geht es weiter?

6. Umgang mit verschiedenen Formen der Angst

Was bei akuter Angst zu tun ist

Bei chronischen Ängsten: Expositionstherapie

Störungsspezifische Verfahren

Einen Plan für den Abbau der Ängste entwickeln

Und wie geht es weiter?

7. Änderungen des Lebensstils, die Ängste abbauen helfen

Essen und Trinken

Sport und Bewegung

Technische Geräte

Im Korsett der Pflichten

Zeit zu zweit

Achtsamkeit

Und wie geht es weiter?

8. Gut für sich selbst sorgen

Was ist gute Selbstsorge?

Warum gute Selbstsorge wichtig ist

Ohne Ausreden auskommen

Ideen für die gute Selbstsorge

Die Macht des geschriebenen Wortes

Anderen sagen, was wirklich los ist?

Selbsthilfegruppen

Einzelpsychotherapie

Ja, Sie können auch Nein sagen

Und wie geht es weiter?

Anhang

Empfehlenswerte Bücher

Literaturnachweise

Quellenverzeichnis

Anmerkungen

Einleitung

Das Zusammenleben mit einem Menschen, der unter Ängsten leidet, kann aufreibend und frustrierend sein. Haben Sie das Gefühl, dass nichts, was Sie tun oder sagen, Ihrer Partnerin1 jemals helfen wird? Vermutlich hatten Sie sich nie vorgestellt, ein Leben zu leben, das in einem solchen Ausmaß von ihren Ängsten bestimmt ist. Dieses Buch kann eine Hilfe für Sie sein, ganz gleich, ob Ihr Partner mit »gewöhnlichen« Ängsten kämpft, wie wir sie alle kennen, oder ob er unter einer behandlungsbedürftigen Angststörung leidet. Welche der folgenden Situationen kommen Ihnen bekannt vor?

Haben Sie auf eine oder mehrere der Fragen mit Ja geantwortet? Seien Sie beruhigt: Sie sind nicht allein. Ängste gehören zu den häufigsten psychischen Problemen. In einem Lehrbuch zu Psychiatrie und Psychotherapie heißt es dazu: »In der Allgemeinbevölkerung gehören Angst- und Panikstörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Es ist davon auszugehen, dass mehr als 15 % aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an einer Angststörung erkranken. In der Praxis von Allgemeinärzten geben mehr als die Hälfte der dort behandelten Patienten Angst als subjektive Beschwerde an, etwa 20 % von ihnen in einem behandlungsbedürftigen Ausmaß.«2 Auch wenn die Angstsymptome vieler Menschen nicht den Standardkriterien einer Angststörung entsprechen, machen sie ihnen dennoch das Leben schwer. Wenn wir nun noch die Partnerinnen und Partner, die Angehörigen und die Freundinnen und Freunde hinzurechnen, die die Auswirkungen der Ängste zu spüren bekommen, ergibt dies eine sehr große Zahl von Menschen, die in ihrem Leben unter den Auswirkungen von Ängsten zu leiden haben. Hinzu kommt, dass nicht alle Menschen mit Angststörungen fachliche Hilfe in Anspruch nehmen, was für sie selbst und die Menschen um sie herum unnötiges Leid zur Folge hat.

Dieses Buch enthält eine Fülle von praxisnahen Erklärungen, Beispielen, Übungen und Ratschlägen, die Sie in die Lage versetzen, Ihrem Partner im Kampf mit seinen Ängsten beizustehen, Ihre Beziehung zu schützen und dabei selbst psychisch gesund zu bleiben. Der Schwerpunkt liegt darauf, wie Sie als Paar gemeinsam an Aspekten Ihrer Beziehung arbeiten können, durch die die Ängste Ihres Partners möglicherweise weiter angefacht werden. Ich empfehle Ihnen allerdings auch, sich an qualifizierte Fachleute für psychische Probleme zu wenden, weil gerade bei Angststörungen eine besondere Behandlungsmethode erforderlich sein kann. Außerdem treten Ängste oft gemeinsam mit anderen psychischen Problemen wie Depression, Suchtverhalten oder Essstörungen auf, sodass eine fachgerechte psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung umso wichtiger ist. Dabei ist der Rückhalt, den Sie Ihrer Partnerin geben, eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sie sich aus dem Würgegriff ihrer Ängste zu befreien vermag. Die Chancen für eine Erholung oder Genesung stehen umso besser, je mehr Sie durchschauen, was in Ihrer Partnerin vor sich geht.

Wie dieses Buch Ihnen helfen kann

Sie haben dieses Buch zur Hand genommen, weil Sie nach Möglichkeiten suchen, Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner bei der Überwindung von Ängsten zu helfen. Bei der Lektüre werden Sie auf jeden Fall Strategien kennenlernen, den negativen Einflüssen der Ängste auf Ihre Beziehung etwas entgegenzusetzen, und Hinweise zu hilfreichen Veränderungen in Ihrem Alltag bekommen. Erwarten Sie aber bitte keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Ihren Partner »wieder hinkriegen«. Wir werden uns vielmehr darauf konzentrieren, wie Sie als Paar zusammenarbeiten können, um besser zu verstehen, was Angst eigentlich ist, wie sie Ihre Beziehung beeinflusst und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um in Ihrem gemeinsamen Leben positive Veränderungen in Gang zu setzen.

In Kapitel 1 geht es darum, wie sich »gewöhnliche« Angst von den sechs Angststörungen abgrenzen lässt, die Ärzte und Psychotherapeutinnen derzeit unterscheiden. Fallbeispiele veranschaulichen jeweils, wie jede der sechs Angststörungen im konkreten Leben aussieht. Ich erläutere die problematischen Gedanken und Verhaltensweisen, mit denen Menschen, die an einer Angststörung leiden, im Alltag zu kämpfen haben. Kapitel 1 schließt mit einigen Erläuterungen zu Medikamenten und zu psychotherapeutischen Methoden, die bei der Behandlung von Ängsten eingesetzt werden.

Thema von Kapitel 2 ist der Einfluss von Ängsten auf die Paarbeziehung, auf die Wahrnehmung von Aufgaben im Beruf und zu Hause, auf Sozialkontakte, Sexualität und Elternschaft. Auch wenn Ihnen bereits klar sein dürfte, dass sich die Paarbeziehung durch die Ängste Ihrer Partnerin oder Ihres Partners stark verändert hat, kann es höchst aufschlussreich für Sie sein, sich in Ruhe anzuschauen, wie sehr Sie beide es mittlerweile gewohnt sind, Zugeständnisse an die Ängste zu machen.

Kapitel 3 richtet sich direkt an Sie als die Person, die einem von Ängsten geplagten Menschen zur Seite steht. Die schriftlichen Übungen in diesem Kapitel laden Sie dazu ein, das ganze Gefühlsspektrum zu erkunden, das für Sie mit den Ängsten Ihres Partners verbunden ist. Bei vielen Menschen umfasst dieses Spektrum unter anderem Frustra
tion, Wut, Einsamkeit, Traurigkeit, Schuldgefühle und, ja, auch Angst. Wenn Sie sich die Zeit dafür nehmen, die eigenen Reaktionen auf die Angst Ihres Partners unter die Lupe zu nehmen, wird Ihnen das helfen, Möglichkeiten der Veränderung zu entdecken, die Ihnen beiden offenstehen. In Kapitel 3 gehe ich außerdem näher auf problematische Zugeständnisse an die Angst ein und darauf, wie gut gemeinte Hilfsbemühungen eine Angststörung sogar noch verschlimmern können.

In Kapitel 4, 5 und 6 geht es um die Schwierigkeiten, die in der Kommunikation miteinander auftreten können, und um Strategien zur Bewältigung und Abschwächung von Ängsten. Die drei Kapitel enthalten viele praktische Hinweise und stellen wirkungsvolle Techniken vor. Kommunikation ist für die meisten Paare ein schwieriges Thema, ganz unabhängig davon, ob eine Angststörung im Spiel ist. In Kapitel 4 geht es deshalb um Fertigkeiten, die für die gelingende Kommunikation mit dem Partner wichtig sind, und um Übungen, mit denen Sie sich diese Fertigkeiten aneignen können. Sie können sie einsetzen, um ein Problem anzugehen, das sich in der Paarbeziehung entwickelt hat, oder um ein heikles Thema anzuschneiden, ohne bei Ihrer Partnerin unnötige Besorgnis auszulösen. Nachdem Sie sich mit diesen Techniken vertraut gemacht haben, können die Kapitel 5 und 6 Ihnen und Ihrer Partnerin dann helfen, sich darüber zu verständigen, wie mit den Ängsten am besten umzugehen ist.

Kapitel 7 handelt von konkreten Veränderungen, die Sie in Ihrem Alltag vornehmen können, um den Einfluss der Ängste einzudämmen. Vielleicht haben Sie und Ihr Partner sich bislang noch wenig Gedanken darüber gemacht, dass Ängste durch bestimmte Nahrungsmittel und Getränke, durch Bewegungsmangel und durch den Umgang mit technischen Geräten und Medien verschärft werden können. Das Kapitel gibt Ihnen Anregungen, Ihr Leben aktiv zu gestalten und positive Veränderungen in Ihrem Denken und Handeln anzustreben.

Kapitel 8 richtet sich wie Kapitel 3 direkt an Sie als die Partnerin oder den Partner eines Menschen, der unter Ängsten leidet. Das Leben mit ihm kann sehr anstrengend sein, und vielleicht haben Sie das Gefühl, dass Sie von anderen nur wenig Unterstützung bekommen. In diesem Kapitel geht es darum, wie Sie gut für Ihr eigenes seelisches und körperliches Wohlbefinden sorgen können, damit Sie in Ihrer helfenden Rolle keinen Burnout erleiden.

Meine Hoffnung ist, dass Sie nach dem Lesen dieses Buchs das Gefühl haben, besser zu verstehen, wie es Ihrem Partner ergeht, wenn die Ängste ihn quälen, und dass Sie sich auch besser auf die schwierigen Situationen vorbereitet fühlen, die in der Paarbeziehung durch die Ängste heraufbeschworen werden. Ich hoffe auch, dass das Buch Ihnen helfen kann, die eigenen Gedanken und Gefühle klarer wahrzunehmen und gut für sich selbst zu sorgen. Ihre Partnerin kann sich glücklich schätzen, in Ihnen jemanden zu haben, dem an ihrem Wohlergehen gelegen ist und der deshalb ein Buch über Ängste liest. Wenn Sie beide als Team zusammenarbeiten, werden Sie im Laufe der Zeit merken, wie sich in Ihrer Beziehung und Ihrem gemeinsamen Leben positive Veränderungen einstellen.

1. Was ist Angst und wie wird sie behandelt?

Angst gehört zum Leben. Sicher waren auch Sie schon so angespannt, dass Ihnen das Herz bis zum Hals schlug und die Hände feucht wurden, dass Ihnen flau im Magen wurde und Sie kaum Luft bekamen, dass Sie schlecht schliefen, rastlos waren und Ihre Gedanken sich im Kreis drehten. Angst ist ein normales Phänomen – ein psychisches und körperliches Signal, das Geist und Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Wenn nicht hin und wieder Angst in uns aufkommen würde, wäre das sogar zu unserem Nachteil, denn ohne sie könnten wir auf echte Bedrohungen unserer Sicherheit oder unseres Wohlbefindens nicht in angemessener Weise reagieren.

Wir werden also alle hin und wieder von der Angst gepackt. Wenn wir aber miterleben müssen, wie ein geliebter Mensch immer wieder mit massiven Ängsten zu kämpfen hat, die seine Lebensfreude beeinträchtigen, ist das schwer zu ertragen. Natürlich wollen Sie das Beste für Ihren Partner, und es setzt Ihnen zu, wie er sich mit seinen Sorgen und Ängsten quält. Außerdem ist es unter Umständen schwierig, die Paarbeziehung und Ihre eigene Lebensfreude vor den negativen Einflüssen zu schützen, die von den Ängsten des Partners ausgehen. Mögliche Folgen sind, dass Sie frustriert, wütend, traurig oder einsam sind oder auch Schuldgefühle bekommen. Weil es Ihnen weh tut, Ihren Partner so zu sehen, und Sie ihm helfen wollen, sind Sie möglicherweise auch in Gefahr, sich zu sehr zu verausgaben. Vielleicht fühlen Sie sich unter Druck gesetzt, alles »genau richtig« zu machen, haben aber auch das Gefühl, dass Sie es gar nicht immer schaffen können, mögliche Angstauslöser im Voraus zu erkennen und den Partner vor ihnen zu schützen. Vielleicht war Ihnen von Anfang an klar, dass Ihr Partner zu Ängsten neigt, doch auch dann wird nicht spurlos an Ihnen vorbeigehen, wie sehr der Alltag von seinen Ängsten bestimmt wird.

Das Lesen dieses Buchs wird Ihnen helfen, besser zu verstehen, was es mit den Ängsten Ihres Partners auf sich hat und was Sie in Ihrer Beziehung verändern können, damit sich nicht alles um die Ängste dreht. In einer Paarbeziehung, in der jede zu treffende Entscheidung von der Angst des anderen abhängt, fühlt sich niemand wirklich wohl. Angst engt das Leben in vieler Hinsicht ein. Sie und Ihr Partner haben etwas Besseres verdient.

Was ist Angst?

Wie es zu einer Angststörung kommt, ist nicht immer klar. Wir wissen allerdings, dass die Fähigkeit, Angst zu empfinden, zu unserer biologischen Grundausstattung gehört. Manche Menschen sind anfälliger für Angst als andere. Dafür gibt es noch keine endgültige biologische Erklärung. Außerdem beruht die Art und Weise, in der eine Person auf die eigene Angst reagiert, auf einer Vielzahl von Faktoren: auf ihrer genetischen Ausstattung, ihrer Lebensgeschichte, ihrem Selbstwertgefühl, auf früheren Belastungen und traumatischen Erlebnissen, auf gegenwärtigen körperlichen und psychischen Problemen und auf Erfahrungen im Umgang mit Stress – um nur einige Aspekte zu nennen. Deshalb ist Angst ein höchst individuelles Phänomen, das heißt, jeder Mensch erlebt sie auf seine eigene Weise. Und so kann etwas, das bei dem einen nur leichte Anspannung hervorruft, beim anderen eine richtiggehende Panikattacke auslösen.

Angst ist eine Emotion, und wie die meisten Emotionen kann sie in ihrer Intensität variieren. In schwächerer Ausprägung dient sie der Anpassung an unsere Umwelt, das heißt, sie wirkt sich günstig für uns aus, wenn sie uns beispielsweise dazu anhält, Rechnungen rechtzeitig zu begleichen oder Überstunden zu machen, ohne die eine Aufgabe nicht zu erledigen wäre. Ein höherer Angstpegel aber kann eine Ereigniskette in Gang setzen, die zu nachteiligen körperlichen und psychischen Effekten führt. »Gewöhnliche« Angst, die hilft, sich der Umwelt anzupassen, unterscheidet sich von problematischen und behandlungsbedürftigen Formen der Angst unter anderem dadurch, dass sie abklingt, sobald die Stresssituation vorüber ist, und nicht weiter anhält, wenn keine unmittelbare Bedrohung mehr besteht. Auf diesen Unterschied werde ich in diesem Kapitel noch näher eingehen. Schauen wir uns zunächst aber genauer an, welche häufigen Symptome der Angst es gibt und was sich an ihnen ablesen lässt.

Häufige Angstsymptome

Auch wenn das Angsterleben sehr individuell ausgeprägt ist, gibt es doch einige körperliche, emotionale und im Verhalten zutage tretende Symptome, die häufig vorkommen, sowie einige typische Denkmuster. Überlegen Sie beim Lesen der folgenden Abschnitte, welche dieser Anzeichen Sie schon an Ihrem Partner bemerkt haben, wenn er in einem ängstlichen Zustand ist.

Körperliche Anzeichen von Angst

Häufige körperliche Angstsymptome sind ein stark erhöhter Puls, starkes Schwitzen, Zittern, innere Unruhe, Nervosität, Erschöpfung, Schlafprobleme, Atembeklemmung, Schmerzen oder Engegefühl im Brustraum, Übelkeit, Durchfall, Magenverstimmung, mulmiges Gefühl im Bauch, Schwindel, Frösteln, Hitzewallungen und Benommenheit. Ein weiteres körperliches Anzeichen ist eine überstarke Schreckreaktion: Wenn zum Beispiel hinter Ihnen jemand, den Sie zuvor nicht bemerkt hatten, plötzlich etwas sagt, zucken Sie heftig zusammen. Zu betonen ist, dass es sich bei allen diesen Symptomen um ganz natürliche Reaktionen handelt, die mit einer normalen Angst einhergehen, aus denen allein sich nicht ableiten lässt, dass bei jemandem eine regelrechte Angststörung vorliegt. Ob es sich um eine Angststörung oder um eine ganz gewöhnliche Angst handelt, entscheidet sich vor allem danach, wie massiv die Symptome ausgeprägt sind, wie lange sie anhalten und welche Folgen sie nach sich ziehen.

Verhaltensbezogene Anzeichen von Angst

Das Verhalten Ihres Partners liefert Ihnen viele Anhaltspunkte dafür, was in ihm vorgeht, wenn er Angst hat. Beispielsweise vermeiden Menschen, die unter einer Angststörung leiden, angstauslösende Orte oder Situationen wie Brücken, Aufzüge oder Partys; sie entziehen sich Umgebungen, in denen sie sich unbehaglich zu fühlen beginnen, und verlassen etwa das Kino oder das voll besetzte Restaurant; sie wiederholen immer wieder dieselben Zwangshandlungen und waschen sich zum Beispiel sehr häufig die Hände oder nehmen, ehe sie zu Bett gehen, eine bestimmte Zahl von Kontrollen vor, ob die Wohnungstür auch wirklich abgeschlossen ist; sie schränken ihre Aktivitäten außerhalb der Wohnung ein, indem sie nur einige wenige »sichere« Orte aufsuchen oder gar nicht mehr nach draußen gehen; oder sie legen riskante, selbstschädigende Verhaltensweisen an den Tag und trinken etwa zu viel Alkohol oder konsumieren andere Drogen. Ihr Partner meint vielleicht, solche Verhaltensweisen würden seine Angst verringern, doch in Wirklichkeit wird sie dadurch noch verstärkt.

Emotionale Anzeichen von Angst

Angst ist, wie bereits erwähnt, eine Emotion. Sie kann ihrerseits eine Vielzahl von anderen Gefühlen auslösen. Wenn Ihr Partner seine Ängste beschreibt, wird er Begriffe verwenden wie »Sorge«, »Anspannung«, »Furcht«, »Beklemmung«, »Unbehagen«, »nicht mehr ein noch aus wissen«, »Überforderung«, »Panik«, »unter Druck«, »Angst und Schrecken«, »Nervosität« oder »Stress«. Vielleicht kann er auch nicht in Worte fassen, was mit ihm los ist, und sagt nur: »Irgendetwas stimmt nicht.« Diese Gefühle, die mit der Angst einhergehen, sind oft auf bestimmte Denkmuster zurückzuführen, die wir uns nun anschauen wollen.

Typische Angstgedanken und Befürchtungen

Die Gedanken, die angstgeplagten Menschen durch den Kopf gehen, werden meist unter dem Oberbegriff »Sorgen« zusammengefasst.3 Wir alle machen uns manchmal Sorgen, doch wer ständig mit Ängsten zu kämpfen hat, der hat mehr Befürchtungen als andere und kann sie, sosehr er sich auch bemühen mag, nicht beiseiteschieben. Einige typische Sorgen sind die folgenden:

Auch hier gilt: Wem solche Gedanken durch den Kopf gehen, leidet deswegen noch nicht unter einer Angststörung. Schauen wir uns an, worin sich »gewöhnliche« Angst von einer behandlungsbedürftigen Angststörung unterscheidet.

Der Unterschied zwischen »gewöhnlicher« Angst und einer Angststörung

Die Grenze zwischen »gewöhnlicher« Angst und einer Angststörung ist manchmal nicht leicht zu ziehen. Den Ausschlag gibt oft, ob die Betreffenden Angstsymptome beschreiben, die sie im Alltag stark behindern, ständig präsent sind und sie – in einem bestimmten Lebensbereich oder durchgängig – in ihrer Handlungsfähigkeit einengen.

Wenn Ihr Partner zum Beispiel eine große Präsentation vorbereiten muss, die er im Büro halten soll, und schon viele Stunden dafür investiert hat, ist er möglicherweise angespannt und nervös. Seine Anspannung zeigt sich darin, dass er schlecht schläft, reizbar und ungeduldig ist und sich Sorgen macht, was denn alles schiefgehen könnte. Handelt es sich hier um »gewöhnliche« Angst oder um eine Angststörung? Das hängt davon ab, wie lange die Symptome schon bestehen, wie stark sie sind und ob sie sich geben, sobald Ihr Partner die Präsentation gehalten hat. Falls die Symptome sich hinterher legen, handelte es sich vermutlich um »gewöhnliche« Angst, mit der er auf eine Stresssituation reagiert hat. Falls die Symptome aber anhalten und andere Situationen ihm in ähnlicher Weise zusetzen, könnte dies ein Hinweis auf eine Angststörung sein.

Sorgen oder Grübelei?

Sorgen und Grübeleien sind zwei unterschiedliche Formen von hartnäckigen negativen Gedanken. Während Sorgen sich auf die Unwägbarkeiten der Zukunft richten, kreist das Denken beim Grübeln um Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass sich Sorgen meistens auf Gefahren richten, während beim Grübeln Themen wie Ausweglosigkeit, Versagen und Verlust im Vordergrund stehen. Bei Menschen, die viel grübeln, besteht ein erhöhtes Depressionsrisiko.

Laut dem renommierten Psychiater Aaron Beck, einem der Begründer der kognitiven Psychotherapie, verfügen Menschen, die unter einer Angststörung leiden, über ein »hypersensitives Alarmsystem«4 . Das heißt, sie reagieren auf Reize, die eine mögliche Gefahr signalisieren, so empfindlich, dass sie in ständiger Wachsamkeit leben. Leider geht bei ihnen schon beim kleinsten Anlass der Alarm los, sodass sie fortwährend angespannt sind.

Schätzungen zufolge leidet in den USA fast jeder Fünfte unter einer Angststörung.5 Ihr Partner ist also, falls bei ihm eine Angststörung vorliegt, keineswegs allein: Viele andere haben ganz ähnliche Schwierigkeiten wie er. Die gute Nachricht ist, dass Angststörungen zu den am besten behandelbaren psychischen Problemen zählen. Eine weniger erfreuliche Tatsache ist, dass viele Menschen, die mit Ängsten zu kämpfen haben, lieber keine therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen und deshalb weiterhin unter ihren Symptomen leiden, obwohl das nicht sein müsste.

In den folgenden Abschnitten werde ich die Hauptformen von Angststörungen vorstellen. Falls bei Ihrem Partner eine dieser Angststörungen diagnostiziert worden ist, wird Ihnen durch die jeweiligen Erläuterungen vielleicht deutlicher, was er durchmacht. Falls keine Diagnose gestellt wurde, sollten Sie die folgenden Ausführungen bitte nicht dazu verwenden, das selbst zu tun. Dies ist Sache einer dafür ausgebildeten Ärztin oder eines Psychotherapeuten. Die Informationen werden im Übrigen auch dann hilfreich für Sie sein, wenn Ihr Partner bislang keine Diagnose erhalten hat oder wenn bei ihm auch keine Angststörung im eigentlichen Sinne vorliegt.

Formen von Angststörungen

Die American Psychiatric Association unterscheidet in ihrem Diagnostischen und statistischen Manual psychischer Störungen (DSM-IV)6 sechs Unterformen von Angststörungen:

Diese psychischen Störungen, die auch in der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10)7 aufgeführt sind, werden von Fachleuten nach bestimmten Kriterien diagnostiziert. 8 Wir werden sehen, dass sich zum einen die Kriterien für das Vorliegen dieser Störungen überschneiden und dass es zum anderen charakteristische Merkmale gibt, durch die sich jede der Störungen von den anderen abhebt. Außerdem kommt es nicht selten vor, dass bei einer Person mehrere Angststörungen gleichzeitig festzustellen sind oder dass neben einer Angststörung noch eine weitere psychische Störung besteht. (Liegen bei einer Person zwei oder mehr psychische oder körperliche Störungsbilder gleichzeitig vor, spricht man von Komorbidität.)

Ich beginne jede der sechs kurzen Darstellungen einer Angststörung mit einem Fallbeispiel, das aus dem Leben gegriffen ist.

Generalisierte Angststörung

Die 47-jährige Linda ist Inhaberin eines kleinen Unternehmens. Sie zerbricht sich fortwährend den Kopf über alles und jedes: Macht die Firma genug Gewinn? Werden sie und ihr Lebensgefährte Bill in der Lage sein, der gemeinsamen Tochter das College zu finanzieren? Rührt ihre Erschöpfung einfach daher, dass sie so viel arbeitet, oder leidet sie unter irgendeiner mysteriösen Krankheit? Was ist, wenn eine Steuerprüfung kommt? Was sollen sie und Bill tun, wenn in ihrem Haus plötzlich eine größere Reparatur fällig wird? Obwohl Linda weiß, dass viele ihrer Befürchtungen unbegründet sind, hat sie immer wieder Mühe, das Gedankenkarussell zum Halten zu bringen und gelassen zu bleiben. Bill tut sein Bestes, um sie zu beruhigen, und versichert ihr immer wieder, dass alles in Ordnung ist und nichts Schlimmes geschehen wird. Doch er kann sagen, was er will – gegen Lindas Sorgen ist nichts auszurichten.

Bei Linda liegt die Diagnose einer generalisierten Angststörung (GAS) nahe. Sie macht sich die ganze Zeit Sorgen, auch wenn es dafür nur wenig Grund gibt. Wer unter einer GAS leidet, sieht sich ständig von Katastrophen bedroht und zerbricht sich über Dinge den Kopf, die vermutlich nie geschehen werden. Das Denken ist beherrscht von Sorgen, die um Geld, Krankheiten, zwischenmenschliche Beziehungen oder Probleme am Arbeitsplatz kreisen. Manche der Betroffenen können sich morgens kaum vorstellen, wie sie den Tag überstehen sollen. Meistens ist ihnen klar, dass sie sich viel zu viele Gedanken machen, sie schaffen es aber trotzdem nicht, sie loszulassen. Außerdem liegt bei ihnen oft noch ein weiteres psychisches Problem (eine komorbide Störung) vor, beispielsweise eine weitere Angststörung, eine Depression, eine Essstörung oder eine Suchtproblematik.

Menschen mit leichter GAS sind in der Lage, einem Beruf nachzugehen, ihre Alltagspflichten größtenteils zu erledigen und ihren Freundes- und Bekanntenkreis zu pflegen. Wenn die GAS dagegen stärker ausgeprägt ist, haben die Betroffenen unter Umständen große Mühe, ihren Alltag zu bewältigen. Falls sie allerdings ganz bestimmte Aktivitäten oder Situationen vermeiden, etwa das Benutzen von Aufzügen oder das Autofahren, ist dies kein für eine generalisierte Angststörung typisches Symptom. Hierbei handelt es sich vielmehr um spezifische Phobien, auf die ich weiter unten eingehen werde.

Eine GAS entwickelt sich in der Regel schrittweise. Sie kann in jedem Lebensabschnitt auftreten, wird aber am häufigsten in der Phase zwischen Kindheit und mittlerem Lebensalter diagnostiziert. Genetische Faktoren können dazu beitragen, dass jemand zur Entwicklung einer GAS neigt, und bei Frauen wird die Diagnose GAS zweimal so häufig gestellt wie bei Männern.9

Zwangsstörung

Die 36-jährige Emily, Mutter von zwei kleinen Kindern, verspürt sehr häufig den übermächtigen Drang, sich die Hände zu waschen, vor allem wenn sie mit den Kindern zum Spielen draußen oder mit ihnen an öffentlichen Orten war oder wenn sie sich bei einer Aktivität, wie sie glaubt, beschmutzt hat. Wenn sie sich dann genau 28-mal die Hände wäscht, geht es ihr wieder besser ... bis sie erneut mit etwas in Berührung kommt, auf dem Keime sein könnten. Ihre Hände sind rissig und bluten durch das exzessive Waschen, doch sie fühlt sich außerstande, die Zahl der Waschhandlungen zu verringern. Ihre Partnerin Sarah betrachtet Emilys Drang, sich ständig die Hände zu waschen, mit Sorge, doch es gelingt ihr nicht, sie davon abzubringen.

Emilys unkontrollierbarer Drang, sich übermäßig häufig die Hände zu waschen, ist die Folge einer Zwangsstörung. Menschen mit einer Zwangsstörung werden von ständig wiederkehrenden quälenden Gedanken dazu getrieben, ritualisierte Zwangshandlungen auszuführen, mit denen sie ihre innere Not zu lindern versuchen. Leider führt dies meist dazu, dass ihr Leben zunehmend von den Zwangshandlungen beherrscht wird und es ihnen immer schlechter statt besser geht. Das Ausführen der Zwangsrituale ist nicht angenehm für sie, doch nach ihrem Empfinden bleibt ihnen gar keine andere Möglichkeit, die mit den Zwängen verbundene Angst und Anspannung abzubauen.

Oft bezeichnet sich jemand im Scherz als zwanghaft, weil er manche Dinge gern auf eine ganz bestimmte Art tut und beispielsweise morgens einem Routineablauf folgt, damit er nichts vergisst oder nicht zu spät zur Arbeit kommt. Der Unterschied zu einer echten Zwangshandlung zeigt sich aber dann, wenn ein Mensch mit einer Zwangsstörung daran gehindert wird, sein Ritual auszuführen: Er wird extrem unruhig, ist oft auch wie gelähmt und kann seinen Aufgaben nicht mehr nachgehen. Sein Leben ist ganz von den Zwangsritualen beherrscht. Dagegen kann, wer nicht unter echten Zwängen leidet, flexibel reagieren und im Alltag weitermachen, wenn seine Routineabläufe durchkreuzt werden.

Kontaminationsängste und zwanghaftes Händewaschen sind nur ein Beispiel dafür, wie eine Zwangsstörung sich äußern kann. Andere häufige Erscheinungsformen der Zwangsstörung sind Kontrollzwänge, etwa wenn jemand abends vor dem Schlafengehen mehrfach nachschaut, ob auch wirklich alle Türen und Fenster in der Wohnung abgeschlossen sind, oder wenn er Gegenstände, von denen eine Gefahr ausgehen könnte, mehrmals überprüft und sich beispielsweise wieder und wieder vergewissert, ob der Herd ausgeschaltet und das Bügeleisen ausgesteckt ist. Manche Menschen mit einer Zwangsstörung verspüren Erleichterung, wenn sie zum Beispiel bestimmte Gegenstände in einer fixen Reihenfolge berühren, Objekte abzählen oder im Geist Zahlenreihen aufsagen. Eine Zwangsstörung äußert sich oft auch darin, dass jemand ein überstarkes Bedürfnis nach Symmetrie und Ordnung hat oder dass er Dinge nicht wegwerfen kann und hortet.

Eine Zwangsstörung kann so massive Formen annehmen, dass die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, einem normalen Berufsleben nachzugehen, oder nicht mehr allein in ihrer Wohnung leben können, ohne die eigene Gesundheit zu gefährden. Häufig liegen bei ihnen auch komorbide Störungen vor, etwa eine weitere Angststörung, eine Essstörung oder eine Depression. Möglicherweise ergreifen sie extreme Maßnahmen, um angstauslösenden Situationen aus dem Weg zu gehen, oder sie versuchen, ihre Ängste mit Alkohol oder anderen Drogen zu betäuben. Zwangsstörungen treten bei Frauen und Männern fast mit derselben Häufigkeit auf.10

Panikstörung

Der 27-jährige Mike bereitet sich auf seine Abschlussprüfung an der Universität vor. Es ist verständlich, dass er angespannt ist, denn wenn er bei der Prüfung durchfällt, steht er ohne Hochschulabschluss da. Eines Abends ging etwas Seltsames mit ihm vor: Als er mit dem Lernen beginnen wollte, fühlte er sich plötzlich benommen, der Schweiß brach ihm aus allen Poren, er hatte Schmerzen in der Brust und bekam keine Luft. Der Zustand hielt etwa zehn Minuten lang an. Mike fragte sich, ob er dabei war, den Verstand zu verlieren, ob er einen Herzinfarkt hatte – oder gar beides. Seine Partnerin Michelle war ratlos und wusste nicht, was sie tun sollte, doch Mike bestand darauf, dass sie keine Hilfe holte. Als es ihm wieder besser ging, fuhr Michelle mit ihm zum Arzt. Die dort durchgeführten Tests ergaben keine Hinweise darauf, dass eine körperliche Erkrankung vorlag. Nun quält Mike sich mit dem Gedanken, dasselbe könnte ihm erneut passieren, nicht nur weil dieser Zustand wirklich beängstigend war, sondern weil es auch höchst beschämend für ihn wäre, wenn andere ihn an der Universität oder an einem anderen öffentlichen Ort so sehen würden.

Was Mike erlebte, als er mit dem Lernen begann, war eine Panikattacke. Ein solcher Zustand heftiger Angst setzt unvermittelt und ohne Vorwarnung ein und ist begleitet von Herzrasen, starkem Schwitzen, Schwächegefühl und Benommenheit oder Schwindel. Weitere mögliche Symptome sind Taubheit oder Kribbeln in den Händen, Hitzeempfindung oder Frösteln, Schmerzen im Brustraum, Übelkeit und das Gefühl, keine Luft zu bekommen. Aufgrund dieser Symptome glauben Menschen bei einer Panikattacke häufig, sie hätten einen Herzinfarkt, würden den Verstand verlieren oder lägen im Sterben. Zwar fühlt sich eine Panikattacke in mancher Hinsicht tatsächlich wie ein Herzinfarkt an, doch ist sie nicht lebensbedrohlich (wobei sich jemand, der auf eine solche Attacke in extremer Weise reagiert, unter Umständen schwer verletzen oder sogar zu Tode kommen kann). Eine Panikattacke kann jederzeit einsetzen, selbst im Aufschrecken aus dem Schlaf. In der Regel erreicht sie innerhalb von zehn Minuten ihren Höhepunkt und ebbt dann von allein ab, doch manche der Symptome können auch länger anhalten.

Ein Schlüsselsymptom der Panikstörung ist die Angst vor einem neuen Anfall. Viele Menschen, die eine Panikattacke erleben, haben danach nie wieder eine, während sich bei anderen eine Panikstörung mit wiederholten Attacken entwickelt. Die Neigung zur Entwicklung einer Panikstörung scheint eine erbliche Komponente zu haben. Bei Frauen wird eine Panikstörung zweimal so häufig diagnostiziert wie bei Männern.11

Panikattacke oder »krankhafte Sorge«?

Wäre »krankhafte Sorge« ein passenderer Begriff für den Zustand intensiver Angst, den Ihr Partner als »Panik« bezeichnet? Ich nenne hier einige Hauptunterschiede zwischen einer echten Panikattacke und krankhafter Sorge:

Panikattacken sind in der Regel von kurzer Dauer, erreichen ihren Höhepunkt innerhalb von etwa zehn Minuten und klingen dann ab. »Krankhafte Sorge« kann demgegenüber stundenlang, tagelang, wochenlang oder gar monatelang anhalten.