Klaus Nagorni

Verweile doch, du hast ja Zeit

Geschichten zum Aufatmen

Grünewald

Für Martina

INHALT

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben­ unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit / pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit / töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit / abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit / weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit / klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit / Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit / herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit / suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit / behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit / zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit / schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit / lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit / Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

KOHELET 3,1–8

Einführung

Haben Sie einen Augenblick Zeit? Sicher, sonst hätten Sie ja dieses Buch nicht zur Hand genommen. Im Übrigen aber teilen Sie wahrscheinlich mit mir die Überzeugung, dass die Zeit drängt. Zeit ist ein knappes Gut. Wie schön wäre es, man könnte dem Versprechen dieses Buches trauen und fände Wege und Mittel, um endlich Zeit zu haben.

Seltsam, wie die Zeit vergeht, sagen wir. Oder auch: Alles hat seine Zeit. Und manchmal: Zeit ist Geld. In solchen Sätzen spiegelt sich unsere Zeiterfahrung. Sobald wir aber genauer nachzudenken beginnen, wird unklar, was Zeit eigentlich ist.

Denn offensichtlich existiert nicht nur die eine Zeit, die für alle Menschen gilt. Es gibt viele Zeitformen. Die Zeit, die ich auf dem Zifferblatt meiner Uhr ablesen kann oder auf meinem Terminkalender, ist eine andere Zeit als die, die ich mit einem geliebten Menschen verbringe. Die Zeit, die ich im Spiel, im Theater, in Geselligkeit verbringe, ist eine andere als die im Stau oder im Wartezimmer eines Arztes.

Ich erlebe die Zeit in verschiedenen Lebenssituationen unterschiedlich. Eingetaucht in den Fluss der Zeit, kommt dieser mir zuweilen wie ein träge dahingleitender Strom vor, unerträglich langsam und langweilig. Ein andermal aber wie ein eilig über Stock und Stein dahinspringender Bach, munter und quirlig, den ich am liebsten aufhalten möchte.

Was also ist die Zeit? Das fragte sich schon Aurelius Augustinus, der große christliche Philosoph des fünften Jahrhunderts. Und er antwortete: »Wenn mich niemand fragt, weiß ich es. Wenn ich es aber einem, der mich fragt, erklären möchte, weiß ich’s nicht. Dennoch sage ich zuversichtlich, ich wisse, wenn nichts verginge, gäbe es keine Vergangenheit, und wenn nichts herkäme, gäbe es keine Zukunft, und wenn nichts wäre, gäbe es keine Gegenwart.«

Da aber durchaus etwas geschieht in unserem Leben und auf dieser Welt, und weil wir selbst mittendrin sind im Fluss dieses Geschehens, darum, so Augustinus, gibt es auch die Zeit. Selbst wenn wir nicht genau wissen, was sie ist, können wir, ja müssen wir versuchen, uns in ein sinnvolles Verhältnis zu ihr zu setzen.

Es genügt nicht, bei unserer Ratlosigkeit stehenzubleiben. Denn im Flusse des Geschehens zwischen den Zeiten, die vergangen sind, und den künftigen Zeiten gibt es durchaus eine Stelle, wo wir einigermaßen festen Boden unter den Füßen ­haben, eine Zeitinsel. Das ist die Gegenwart.

Auf der Zeitinsel Gegenwart bewegen wir uns relativ sicher. Dort leben wir zusammen mit anderen Menschen, planen unser Leben und treffen Entscheidungen. Auch wenn uns die Gegenwart immer wieder entschwindet, weil sie zur Vergangenheit wird – manchmal schneller als uns lieb ist –, bleibt sie der Ort, wo wir unser Leben führen und gestalten.

Kluge Denker aller Zeiten haben gewusst: Auch wenn wir keine abschließende Antwort darauf bekommen, was die Zeit letztendlich ist, müssen wir mit dem umgehen, was uns von ihr als Gegenwart begegnet. Verlangsamung und Entschleunigung helfen uns dabei, vor allem, wenn wir unter Druck stehen oder gestresst sind. Sie sind uns eigentlich längst bekannt, wir haben sie nur wie altmodisches Mobiliar eines Tages entsorgt und dann vergessen. Dazu gehören: das Warten und die Pausen, die Mahlzeiten und die Feiertage, die Umwege und die Augenblicke.

Um die Kunst des Zeithabens wieder zu erlernen, müssen wir uns dieses Mobiliars erinnern, es entstauben und in unseren Alltag zurückholen. Es sind Zeitformen, mit denen wir dem Druck und dem Drängen der Zeitknappheit ein Schnippchen schlagen und die uns daran erinnern, dass Zeit in erster Linie nicht unser Projekt, sondern ein Geschenk ist.

Es geht also nicht darum, die Gefäße unserer Lebenszeit durch höhere Effizienz und intensiveres Zeitmanagement noch mehr anzufüllen oder gar zu vergrößern. Vielmehr müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf die Zeitformen richten, die aus unserem ­Leben verschwunden sind, die wir uns jedoch neu vertraut machen können. Ich bin überzeugt, dass sich dann herausstellen wird, dass in Wirklichkeit viel mehr Zeit da ist, als wir glauben. Von solchen Zeitformen ist auf den folgenden Seiten die Rede: vom Lob des Wartens genauso wie von den Chancen des Umweges, von der Kunst der Pause wie von den Überraschungen des Augenblicks, von der Fülle der Mahlzeit wie von der Zeitoase eines Feiertags. Auch das Anfangen und das Aufhören haben ihre eigene Zeitstruktur und laden zum Innehalten ein. Und schließlich ist die Ewigkeit die Zeit, in der Zeitdruck und alle Hektik aufgehoben sein werden.

Lob des Anfangens

Anfänge markieren einen Übergang. Etwas hört auf und liegt hinter mir. Etwas Neues beginnt. »Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben«, schreibt Hermann Hesse treffend.

Anfänge sind gute Gelegenheiten zum Innehalten. Bevor ich neu durchstarte, entschleunige ich das normale Lebenstempo. Ich schaue zurück und blicke nach vorn. Vielleicht spüre ich, dass die Zeit, die vor mir liegt, noch die Frische einer unbegangenen ­Wiese, die Unschuld eines unberührten Schneefeldes hat. Ich frage mich: Wo will ich hin? Was sind meine Hoffnungen? Wer oder was begleitet mich? Welchen Segen nehme ich mit? Jeder Anfang ist eine Zeit des Innehaltens. Darum lobe ich den Anfang.

Morgenwonne

Jeder Morgen vermittelt mir das Gefühl des Anfangs. Da­rüber dichtet Joachim Ringelnatz seine Verse: »Ich bin so knallvernügt erwacht. / Ich klatsche meine Hüften. / Das Wasser lockt. Die Seife lacht. / Es dürstet mich nach Lüften. / Aus meiner tiefsten Seele zieht / mit Nasenflügelbeben / ein ungeheurer Appetit / nach Frühstück und nach Leben.«

Das kleine Gedicht trägt die Überschrift »Morgenwonne«. Ich spüre in diesen Gedichtzeilen etwas vom Glück, am Leben zu sein. Da saugt jemand das Leben in vollen Zügen in sich ein. Da ist der Wunsch, sich zu recken und zu strecken, den Körper zu spüren nach durchschlafener Nacht. Das Verlangen nach frischem Wasser für die Haut und guter Luft zum Atmen. Der Duft von frischem Kaffee und die Lust auf ein gutes Frühstück. Der ganze Lebensappetit auf einen neuen Tag mit allen Überraschungen, die er vielleicht bringt.

Ich finde, dass der Anbruch eines neuen Tages besonders geeignet ist, dieses Lebensglück zu spüren. Der Zeittakt des Alltags ist noch nicht in Kraft gesetzt. Die Gesichter schauen noch frisch und unverbraucht in die Welt. Die Worte des Tages sind noch nicht abgenutzt und voller Bedeutung.

Solche Inseln im Fluss der Zeit sind etwas Kostbares. So wie es Biotope gibt, in denen die Natur unter besonderen Schutz gestellt ist, brauchen wir geschützte Zeiträume, in denen wir wieder zu uns selbst finden. Oasen zum Auftanken, Pausen zum Atemholen.

Leben ist mehr als Arbeiten und Geld verdienen. Jeden Morgen mache ich mir das Glück neu bewusst, einfach nur da zu sein. Ich nehme alle die Dinge wahr, die ich nicht machen, nicht herstellen, nicht kaufen kann – und die doch mein Leben erst schön machen. Ein paar davon hat Joachim Ringelnatz in seinem Gedicht genannt.

»Ich bin so knallvernügt erwacht / Ich klatsche meine Hüften. / Das Wasser lockt. Die Seife lacht. / Es dürstet mich nach Lüften. / Aus meiner tiefsten Seele zieht / mit Nasenflügelbeben / ein ungeheurer Appetit / nach Frühstück und nach Leben.«

Nun kann sich alles wenden

Das Vogelgezwitscher am Morgen, das hellere Licht, die weichere Luft, es wird Frühling. Mir fallen die Verse eines Gedichts von Ludwig Uhland ein: »Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und weben Tag und Nacht.« Das Gedicht besingt aber nicht nur den nahenden Frühling. Es schwingt in ihm eine unglaubliche Zuversicht mit.

Sie springt über vom Äußeren ins Innere, überträgt sich von dem, was sich an der Natur beobachten lässt, in die eigene seelische Verfassung. »Nun armes Herze, sei nicht bang!«, heißt es. Und noch einmal: »Nun armes Herz, vergiss der Qual!« Aber woher diese Zuversicht?

Die Antwort liegt im Refrain: »Nun muss sich alles, alles wenden.« Jetzt, wo es Frühling wird! Wer so spricht, weiß mehr, als er sieht. Kein Wunder, dass die Verse Uhlands den bemerkenswerten Titel »Frühlingsglaube« tragen. Denn dass sich alles wenden kann, das ist mehr als reine Naturbeobachtung. Die allein könnte nicht so hoffnungsvoll reden.

Nur der Glaube, der Frühlingsglaube, geht ins Grenzenlose. Er nimmt den Frühling als den Vorschein einer neuen Sicht des Lebens, als Vorbote eines Wandels und einer Verwandlung, die den verzagten Herzen ihre Angst und den dunklen Tälern, in die man geraten kann, ihre Schrecken nimmt.

Nein, das ist wirklich keine Beschreibung, die sich an den Fakten orientiert. Wir reden von Klimakatastrophe. Wir erleben – zumindest in den Nachrichten – Terror und Blutvergießen. Ludwig Uhland aber dichtet: »Die Welt wird schöner mit jedem Tag.«

Mich erinnert diese Zeile an einen Vers Martin Luthers. An einen seiner Weihnachtschoräle, in dem es heißt: »Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt einen neuen Schein.« Auch da erscheint das vorläufige Leben im Licht einer endgültigen Erleuchtung. Es werde Licht. So wie es am Anfang war, so soll es auch am Ende sein – und dann ein für allemal.

Das weiß allein der Frühlingsglaube. Sein Credo sucht sich seine Hoffnungszeichen in der erwachenden Natur. Er bewältigt die Welt so, dass ihm das sichtbare Blühen und Knospen, Zwitschern und Singen zum Anlass für das dahinterliegende unsichtbare Geheimnis der Schöpfung wird.

Im Frühling blüht in der Welt auf, was größer ist als diese Welt. Und das lässt hoffen für diese Welt. Dass sich alles wenden wird. Dass die Unversöhnlichen einander die Hand reichen, dass die Gebeugten sich aufrichten, dass die Rastlosen Ruhe finden. Dass es einen neuen Anfang gibt.

Ich bin für dich da

Das schönste Versprechen, das ein Mensch einem anderen geben kann, heißt: Ich bin für dich da. So sagt die Mutter, die ihr Kind durch eine schwere Krankheit begleitet. So sagt eine Frau einem Mann und ein Mann einer Frau, wenn sie einander ein gemeinsames Leben versprechen: In guten wie in schlechten Tagen bin ich für dich da.

Und wenn eine Lebenskrise einen einmal so richtig durchschüttelt, wenn der Boden unter den Füßen schwankt, ist es gut, wenigstens einen Menschen zu haben, der einen spüren lässt: Du kannst mit mir rechnen. Ich bin da für dich.

In einer Geschichte am Anfang der Bibel wird erzählt, dass Mose in der Wüste einen Dornbusch sieht, aus dem helle Flammen schlagen. Der Busch brennt, aber er verbrennt nicht. In seinem Feuer ist Gott verborgen. Als Mose ihn nach seinem Namen fragt, gibt Gott ihm die rätselhafte Antwort: Ich bin der »Ich bin da«.

Ich glaube, besser kann niemand sagen, wer Gott ist. Gewiss hat Gott viele Namen und sein Geheimnis ist nicht einzufangen in Definitionen. Das eine aber ist sicher: Er ist der, der da ist. Er ist da als die Mitte unserer Sehnsucht und als Kraft für einen neuen Anfang.

In jedem Atemzug, den wir tun, ist Gott gegenwärtig. »Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir«, heißt es in einem Psalmgebet. So verborgen Gott uns manchmal zu sein scheint, so unerkennbar seine Wege in dieser Welt sind, dieses Versprechen gilt.

Die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens besteht schließlich darin, dass Gott ganz für uns da ist – so sehr, dass er selbst Mensch geworden ist. Auch die Worte Christi geben Zeugnis davon: Habt keine Angst. Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt.

Dieses Wort steht wie ein Torbogen über jedem neuen Anfang. Es ist das Versprechen Gottes, mitzugehen durch Höhen und Tiefen unseres Lebens.

Leben von der Sympathie

Am Neujahrstag 1949 schreibt der Schweizer Schriftsteller Max Frisch in sein Tagebuch:

»Das Klima der Sympathie – wie sehr wir darauf angewiesen sind! Es zeigt sich, sobald uns eine Sympathie, die lang vorhanden gewesen ist, entzogen wird. Da ist es, als habe man keine Luft unter den Flügeln. Gewiss, man kann die Achseln zucken, sich dorthin wenden, wo Sympathie uns erwartet, oder neue erobern – das alles ändert nichts an dem Schrecken, wie verloren man ist, wo uns die Sympathie entzogen wird. Verloren: ohne Schutzengel.«

Sympathie ist etwas, was nicht von uns gemacht werden kann. Sicher, wir können dazu beitragen, dass wir anderen nicht ganz und gar unsympathisch sind. Aber erzeugen können wir Sympathie nicht. Sie wird uns entgegengebracht. Sie ist wie ein Geschenk, das ist das Schöne daran.

Max Frisch hat sehr genau beobachtet, dass wir von allem Anfang an von einem Vorschuss leben, den nicht wir in die Kasse des Lebens eingezahlt haben, von Voraussetzungen, deren Vorhandensein nicht in unseren Händen liegt. Er hat diesem Vorschuss den Namen Sympathie gegeben.

Wir haben etwas mitbekommen, was uns anderen angenehm macht, liebenswürdig und vertraut. Den Humor vielleicht, den wir haben, mit dem wir auch einmal über uns selbst lachen können. Unsere Fähigkeit, Freundschaft zu schließen oder die Einfühlsamkeit, die es braucht, einen guten Rat zu geben. Vielleicht sogar die Begabung, verkrampfte Situationen auflockern und entspannen zu können.

Es ist gut, wenn sich dieser uns mitgegebene Vorschuss nicht aufzehrt, sondern immer wieder neu aufgefüllt wird – eben von den Menschen, denen wir sympathisch sind. Die uns durchaus einmal die Meinung sagen können, aber die uns doch mit einem grundlegenden Vertrauensvorschuss begegnen.

Wir leben von der Sympathie. Sie ist die Luft unter unseren Flügeln, die uns trägt. Ohne sie wären wir verloren. Ohne sie wären wir ohne Schutzengel. In seinem bekanntesten Gedicht spricht der Theologe Dietrich Bonhoeffer von den guten ­Mächten, die uns wie Schutzengel umgeben und behüten. In ihnen erscheint eine Sympathie, die alle menschliche Sympathie übersteigt. Es ist die Sympathie Gottes für uns. Es gehört für mich zu den großen Geheimnissen des Glaubens, dass wir Menschen mit unserer Unvollkommenheit und Fehlerhaftigkeit Gott sympathisch sind.

Gerade in den Situationen des Übergangs, da, wo wir vor neuen Anfängen stehen, ist es gut, wenn wir uns dieser Sympathie Gottes für uns erinnern, seiner guten Mächte, die uns begleiten:

»Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.«

Ungeahnte Möglichkeiten

Auf einem Kalenderblatt fand ich eine schöne Geschichte: Sie spielt irgendwo im Orient und erzählt davon, wie aus einer unverhofften Begegnung etwas Neues beginnen kann.

Ein junger Mann ist auf dem Weg zum nächsten Markt. Er hat einen großen Kupferkessel auf den Rücken geschnallt, in der rechten Hand hält er ein gackerndes Huhn und einen Wanderstab, und an der linken Hand führt er eine Ziege. An einer Weggabelung trifft er ein hübsches Mädchen. Da auch sie zum Markt will, gehen sie gemeinsam weiter. Nach einer Weile kommen sie an eine finstere Bergschlucht. Das Mädchen bleibt stehen: »Nein, durch diese einsame Schlucht gehe ich nicht. Du könntest die Gelegenheit ausnutzen, um mich zu umarmen und zu küssen.«

»Wie sollte ich dich denn umarmen und küssen?«, wehrt sich der Junge. »Ich habe einen Kupferkessel auf dem Rücken, an der einen Hand führe ich die Ziege, und in der anderen Hand halte ich ein Huhn und einen Stock.«

»Nun«, antwortet das Mädchen, »du könntest das Huhn auf die Erde setzen und den Kessel darüber stülpen, den Stock fest in den Boden stecken und die Ziege daran binden, und dann könntest du mich umarmen und küssen.«