Gerhard Rottenwöhrer

Die Katharer

Was sie glaubten, wie sie lebten

Jan Thorbecke Verlag

INHALT

Vorwort

Erstes Kapitel
DIE ANFÄNGE

Zweites Kapitel
DIE QUELLEN

Drittes Kapitel
DIE BEZEICHNUNGEN UND DIE MITGLIEDERZAHL

Die Selbstbezeichnungen | Die Fremdbezeichnungen | Die Mitgliederzahl

Viertes Kapitel
DIE KIRCHE

Fünftes Kapitel
DIE LEHRE DER ITALIENISCHEN KATHARER

DIE ALBANENSER

Die allgemeine Lehre | Iohannes v. Lugio | Das Buch von den zwei Prinzipien | Einzelne Quellen und Theologen | Ergebnis

DIE CONCOREZZENSER 

Die Fragen des Johannes | Die allgemeine Lehre | Nazarius | Desiderius | Ergebnis

DIE BAGNOLENSER

Die allgemeine Lehre | Einzelne Quellen und Theologen | Ergebnis

Sechstes Kapitel
DIE WEITERE GESCHICHTE DER ITALIENISCHEN KATHARER

Die albanensische Kirche von Desenzano del Garda | Die Kirche von Concorezzo | Die Kirche von Bagnolo | Die bagnolensisch-albanensische Kirche von Vicenza und der Mark von Treviso | Die bagnolensisch-albanensische Kirche von Florenz | Die bagnolensisch-albanensische Kirche des Tales von Spoleto | Einzelne Katharer | Die Katharer in Piemont | Sonstige Angaben

Siebtes Kapitel
DIE LEHRE DER FRANZÖSISCHEN UND SPANISCHEN KATHARER

DIE ANHÄNGER DER ZWEIPRINZIPIENLEHRE

Die allgemeine Lehre | Der Katharische Traktat | Die Auterii und ihre Mitarbeiter | Petrus Auterii | Iacobus Auterii | Guillelmus Belibasta

DIE ANHÄNGER DER EINPRINZIPIENLEHRE

ERGEBNIS

Achtes Kapitel
DIE WEITERE GESCHICHTE DER SPANISCHEN UND FRANZÖSISCHEN KATHARER

Die spanischen Katharer | Die nordfranzösische Kirche | Die Kirche von Albi | Die Kirche von Toulouse | Die Kirche von Carcassonne | Die Kirche des Razès | Die Kirche von Agen | Flucht und Rückkehr | Die letzten südfranzösischen Katharer | Sonstige Angaben

Neuntes Kapitel
DIE LEHRE UND GESCHICHTE DER DEUTSCHEN KATHARER

Die Frühzeit | Die Zeit um 1231/3 | Die Zeit um 1312/15

Zehntes Kapitel
DIE ALLGEMEINE ODER UNBESTIMMTE LEHRE

DIE LEHRE DER ITALIENISCHEN KATHARER

Die allgemeine Lehre | Die Katharer in Piemont

DIE LEHRE DER SÜDFRANZÖSISCHEN KATHARER

Die Vaterunserauslegung | Die Abhandlung von der Kirche | Das Bruchstück von der Kirche | Das Provenzalische Rituale

Elftes Kapitel
DIE BIBEL

DIE AUSLEGUNG

Altes Testament | Neues Testament

WEITERE BELEGE

ERGEBNIS

Zwölftes Kapitel
DER GOTTESDIENST

Das Melioramentum | Der Friedenskuß | Die Brotsegnung | Die Übergabe des Vaterunsers | Das Consolamentum | Die Amtsübertragung oder Ordination | Das Gebet | Das Apparellamentum | Ergebnis

Dreizehntes Kapitel
DIE KRITIK AN GOTTESDIENST UND SAKRAMENTEN DER GROSSKIRCHE

Vierzehntes Kapitel
DAS RELIGIÖSE LEBEN

Der Gruß | Die Mahlzeit | Die Convenientia | Die Nahrung | Das Fasten | Die Endura | Das Begräbnis | Geschlechtlichkeit und Ehe | Ergebnis

Fünfzehntes Kapitel
DIE SITTLICHKEIT

Allgemeine Aussagen | Schwören | Lügen | Fluchen | Stehlen | Töten | Der Zins | Der Zehnt  | Das Almosen | Ergebnis

Sechzehntes Kapitel
DAS ALLTAGSLEBEN

Die Bildung | Das Schrifttum | Das Aussehen | Die Kleidung | Die Wohnung | Das Gerät oder Werkzeug | Die Gemeinschaft | Das Verhalten | Die Arbeit oder der Beruf | Die Wirtschaft oder das Geld | Die Seelsorge | Die Schlichtung | Die Katharerinnen | Die Valdenser | Die Juden | Die Muslime | Ergebnis

Siebzehntes Kapitel
KATHARERTUM UND GESELLSCHAFT

Achtzehntes Kapitel
DAS KATHARERTUM ALS THEOLOGIE UND RELIGION

Die theologischen Richtungen | Die Bekenntnisse | Die Theologie | Einzelne Lehrgegenstände

Zweiheit – Prinzipien – Gott – Satan – Das Böse – Christus – Gottesvolk – Mensch – Schöpfung – Welt – Rettung – Endzeit – Katharische und Katholische Kirche – Sünde – Willensfreiheit – Zeit und Geschichte

Ergebnis | Das Katharertum als Religion | Katharer- und Christentum | Das Wesen des Katharertums

Neunzehntes Kapitel
DIE THEOLOGISCHE UND RELIGIÖSE HERKUNFT DER KATHARER

Einzelne Gesichtspunkte | Mögliche Vorläufer

Markioniten – Montanisten – Novatianer – Gnostiker – Manichäer – Origenisten – Priscillianisten – Messalianer – Paulikianer – Ketzer des 11. und 12. Jahrhunderts – Bogomilen

Gottesdienst | Ergebnis

NACHWORT

Anhang
DIE FORSCHUNG

LITERATUR

VORWORT

»Gute Christen« – so nannten sich jene, die damals wie heute als »Katharer« oder »Albigenser« bekannt sind. Diese drei Namen waren nicht die einzigen, mit denen sie sich selbst bezeichneten oder von Freund und Feind bezeichnet wurden. Aber sie zeigen besonders deutlich, was sie von sich hielten, und wie man sie einschätzte. Allerdings muß das noch lange nicht bedeuten, daß solche Namen die Tatsachen richtig wiedergeben. Eines zumindest ist sicher: Mit ihnen ist ein ebenso aufregender wie bedrückender Abschnitt der mittelalterlichen Kirchen- und Theologiegeschichte verbunden, ferner ein sehr eigenartiger Versuch, das Verhältnis von Mensch, Welt und Gott zu bestimmen, schließlich eine bemerkenswerte kirchliche Gestalt, die damals in Abweichlerkreisen ihresgleichen suchte.

Bereits diese Punkte sind Grund genug, ein Buch über die Katharer zu schreiben. Noch mehr sprechen jene Bilder dafür, die von der Forschung, erst recht von der volkstümlichen Literatur als echt ausgegeben werden. Sie erweisen sich bei genauerem Blick häufig als Verzeichnungen oder gar Fälschungen. Nicht allein mangelnde Kenntnis oder bestimmte Absichten – seien es regionale wie in Südfrankreich, weltanschauliche oder der Versuch, der katholischen Kirche am Zeug zu flicken – stehen dahinter, sondern auch ein schlampiger Umgang mit den Quellen oder aber Vorstellungen – zum Beispiel esoterische –, die von außen an die Katharer herangetragen werden.

Sie eignen sich – wie die Templer – anscheinend besonders gut, die geistlichen Sehnsüchte oder Bedürfnisse jener »Neugläubigen« zu stillen, die den Kirchen den Laufpaß geben und sich ein eigenes »Christentum« zusammenbrauen. Als Zutaten dienen häufig gnostische oder manichäische Vorstellungen, je nach Belieben mit einem Schuß Gralslegende, Rudolf Steiner, Keltentum oder sonstigem versetzt. Ein gewisser Otto Rahn war in den Dreißigerjahren unterwegs, um das Katharertum für die germanische Wahnwelt der Nazis auszubeuten. Fernand Niel versuchte nach dem Krieg, eine Zufluchtsstätte der südfranzösischen Katharer – die Burg Montségur – als katharischen (Sonnen)tempel zu erweisen. Andere schwelgen darin, das Katharertum in Lehre und Tun als das wahre Christentum hinzustellen. Solche und ähnliche Versuche haben zumindest eines gemeinsam: Sie scheitern an dem Bild, das die zeitgenössischen Nachrichten von den Katharern zeichnen.

Diese Frauen und Männer sowie ihre Anhänger haben es gewiß nicht verdient, für solche und andere Zwecke mißbraucht zu werden. Nimmt man sie ernst, eignen sie sich weder als Name für Hotels, Gaststätten oder Weine, als Attraktion des Fremdenverkehres oder folkloristischer Spektakel noch als Gegenstand mehr oder weniger stimmungsvoller Gedächtnisfeiern oder Tonbildschauen. Inzwischen gibt es fest eingerichtete Schauen – genannt »Catha-Rama« – in Carcassonne und Limoux. In zahlreichen Vorträgen und »Sommeruniversitäten« versucht man die Katharer dem »interessierten Publikum« nahezubringen. Wer die schriftlichen Hinterlassenschaften solcher Bemühungen in die Hand nimmt, kann unschwer feststellen, wie ein Kreis von Fachleuten stetig die üblichen Ansichten wiederkäut.

Seit Charles Schmidt 1849 mit einem zweibändigen Werk die eigentliche wissenschaftliche Untersuchung der Katharer einleitete, bietet die Forschung ein eher betrübliches Bild. Zwar hat man inzwischen zahlreiche Handschriften und Texte neu entdeckt oder gründlicher ausgewertet, das hat jedoch nicht verhindert, daß auch neuere Arbeiten die Quellen nur unzureichend benutzen oder willkürlich auswählen. So werden häufig unterschiedliche Einzelheiten herangezogen, aus ihnen ein »Katharertum« zusammengemengt und für bare Münze verkauft. Es braucht einen nicht zu wundern, wenn ein solches Konglomerat den tatsächlichen Verhältnissen nur von ferne ähnelt. Das jedoch scheint seine Urheber nicht sonderlich anzufechten.

Der beste Weg, diesem Mangel abzuhelfen, ist der Versuch, die Katharer, ihre Geschichte, ihr Alltagsleben, ihren Gottesdienst und ihre Lehre so genau und umfassend zu beschreiben, wie es die Quellen ermöglichen und die Sache verlangt.

Man kann das recht unterschiedlich angehen und handhaben. So ließen sich nacheinander Geschichte, Ansichten und Leben der Katharer darstellen. Dann könnte man das an bestimmten Ereignissen oder Personen aufzeigen. Ferner wäre eine eher sachliche oder erzählende Art der Darstellung möglich. Es gibt zwar eine Reihe von Katharerromanen. Ihre literarische Eigenart sowie der Eindruck, den sie von ihrem Gegenstand vermitteln, erweist sie jedoch als nicht geeignet für mein Vorhaben. Daher wähle ich die erste Art. Dabei greife ich besonders auf zeitgenössische Quellen – katharische Schriften, solche ihrer Bestreiter, Akten der Inquisitionsgerichte und sonstige Äußerungen – zurück. So kommen nicht nur die Betroffenen selbst zu Wort, es wird auch deutlich – zumindest durch den Schleier der Übersetzung –, was und wie sie dachten, redeten oder schrieben, was sie erlebten.

Es wäre vermessen, wollte man vorgeben, mit Hilfe solcher Zeugnisse könnten wir den damaligen Katharern oder ihren Gläubigen in Kopf oder Herz blicken, ihre Gefühle aufspüren oder sie mit ihren Augen sehen. Das ist bei Menschen ohnehin schwierig, wenn nicht gar unmöglich, erst recht, wenn ein derartiger Abstand an Zeit, Lebensraum, Daseinsgefühl oder Gepflogenheiten dazwischensteht. Da es sich jedoch um Menschen handelt, steht die Türe zu ihnen zumindest einen Spalt weit offen. Vermittels der schriftlichen Belege, der Einsicht, wie die jeweilige Sache in sich sowie mit anderen zusammenhängt, und der Vorstellungskraft, die sich auf die Angaben zum Handeln stützt, läßt sich der Spalt beträchtlich vergrößern. Er gibt dann den Blick frei auf eine einigermaßen begründete Gestalt dessen, was die Katharer waren, dachten und taten.

Ich habe oben die Lage in der Forschung kurz beschrieben. Wer an Einzelheiten interessiert ist, kann sich in meinen bisherigen Arbeiten umsehen. Er wird das scheinbar unfreundliche Urteil reichlich bestätigt finden. Das ist auch der Grund, warum ich mich – abgesehen von der mittleren und späteren Geschichte der Katharer und ihrer gesellschaftlichen Stellung – vor allem auf eigene Untersuchungen stütze. Was die Kapitel über den Stand des Katharertums in der zeitgenössischen Gesellschaft sowie über seine theologische und religiöse Herkunft angeht, habe ich noch nichts veröffentlicht, wohl aber die Sache in der Art untersucht, die bisher geübt wurde. Angesichts meines Vorhabens ist es unsinnig, sich mit der Forschung gebührend auseinanderzusetzen und den Text mit Hilfe der wissenschaftlichen Werkzeugkiste zu gestalten. Wem das zu wenig oder zu unsicher ist, dem steht eine Fülle einschlägiger Literatur zur Verfügung – oder er legt dieses Buch sofort aus der Hand.

Erstes Kapitel
DIE ANFÄNGE

Die ersten Anfänge der Katharer liegen zwar nicht völlig im Dunkel, aber leider auch nicht einmal im Halbschatten. Es gibt lediglich eine, außerdem noch ziemlich späte Quelle, die über sie berichtet. Sie wird Abhandlung über die Ketzer genannt und stammt höchstwahrscheinlich von dem oberitalienischen Dominikaner Anselmus v. Alessandria. Er war hauptsächlich zwischen 1256 und 1279 als Inquisitor tätig. Seine Schrift, ein Handbuch für Inquisitoren, verfaßte er um 1260/70. Er behandelt darin neben den Aufgaben seines Amtes die Valdenser, eine weitere bedeutsame religiöse Gruppe der Zeit, besonders aber die Katharer. Außer ihrer Geschichte stellt er ihre Lehre dar, ferner gottesdienstliche und praktische Verrichtungen. Anscheinend beabsichtigte er, ein ähnliches Werk zu ergänzen. Es handelt sich um die Summe von den Katharern und Leonisten oder Armen von Lyon seines Ordensbruders und Amtskollegen Raynerius Sacconi – eines ehemaligen Katharers – von 1250. Sie wird zur Gänze aufgenommen.

Anselmus zeigt sich als außergewöhnlich gut im Bild, was das Katharertum betrifft. Er konnte infolge seiner Tätigkeit wohl über umfangreiche, genaue und zuverlässige Auskünfte – seien sie mündlich oder schriftlich gewesen – verfügen. Es besteht also kein Grund, seine Angaben zu bezweifeln, solange nicht das Gegenteil erwiesen ist. Was die folgenden zur katharischen Frühgeschichte angeht, sprechen die genauen Äußerungen zu Personen, Orten und Ereignissen ohnehin dafür, daß es Nachrichten aus erster Hand sein könnten, vielleicht historische Überlieferungen der (ober)italienischen Katharer selbst. Freilich werden sie nicht einfach wiedergegeben. Wie man der Rede von der »Ketzerei« und einigen abwertenden Bemerkungen entnehmen kann, hat Anselmus sie in gewisser Weise gestaltet, zumindest aus seiner Ablehnung der Katharer keinen Hehl gemacht. Vielleicht aber hat er alles bereits vorgefunden und unverändert seinem Werk eingefügt.

Um den Vorgängen auf die Spur zu kommen, empfiehlt es sich, den geschichtlichen Abschnitt der Abhandlung Stück für Stück wiederzugeben und ihn ebenso auszuwerten. Dasselbe wird später mit den Äußerungen anderer Quellen geschehen, welche die der ersten begleiten oder ergänzen. So ergibt sich ein anschauliches und zugleich begründetes Bild von den Anfängen des Katharertums.

Die Schrift beginnt mit den folgenden Worten:

Merke: In Persien war ein gewisser [Mann] namens Mani. Er sagte zunächst bei sich: »Wenn Gott ist, woher kommt das Böse? Wenn Gott nicht ist, woher das Gute?« Daher nahm er zwei Grundwesen an. Er lehrte in den Gebieten von Dragowitsa, Bulgarien und Philadelpheia. Die Ketzerei vermehrte sich dort, so daß sie drei Bischöfe einsetzten: einen von Dragowitsa, einen von Bulgarien, einen von Philadelpheia.

In beiden ersten Sätzen ahmt der Verfasser – sei es Anselmus oder ein anderer – anscheinend Äußerungen aus dem christlichen Altertum nach, wohl um sein Werk mit einer klassischen Girlande zu schmücken. Als Lehrer in den erwähnten Gebieten kommt Mani, der Gründer und Gestalter der nach ihm benannten gnostischen Weltreligion, nicht in Frage. Er lebte von 216 bis 276/77 und hielt sich niemals dort auf. Wenn die Katharer mit ihm verbunden werden, entspricht das einer mittelalterlichen Gepflogenheit. Neue abweichlerische Gruppen wurden bereits bekannten unterschoben, falls das irgendwie möglich war. So konnte man diesen Wirrwarr ordnen und hatte zugleich die geistigen Waffen zur Hand, um sie zu bestreiten. Da die Katharer Gut und Böse auf zwei – tatsächliche oder scheinbare – Götter verteilten, lag die Religion Manis am nächsten, vor allem auch, weil sie aus den Schriften des Aurelius Augustinus gegen sie bekannt war. Sollte jedoch hinter der Aussage ein historischer Kern stecken, könnte man an manichäische Missionare denken oder an solche, die wegen ihrer Ansichten für Manichäer gehalten werden konnten.

Um etwas klarer zu sehen, ist ein Blick auf die religiöse Landkarte der fraglichen Zeit und des besagten Raumes vonnöten. Man muß wahrscheinlich in die zweite Hälfte des elften Jahrhunderts gehen. Das ergibt sich zunächst aus einer späteren Angabe der Abhandlung. Sie berichtet, Franzosen seien nach Konstantinopel gekommen, um das Land – gemeint ist wohl das sogenannte Heilige, also Palästina – zu unterjochen. Das paßt am ehesten zum ersten Kreuzzug von 1096 bis 1099. Er war ein überwiegend französisches Unternehmen.

Die erwähnten Gebiete können nicht mehr eindeutig bestimmt werden. In der Forschung werden äußerst unterschiedliche Standorte genannt. »Bulgarien« meint wohl ein Stück des mittelalterlichen oder auch heutigen Landes. Unter »Dragowitsa« wird hauptsächlich Thrakien oder Makedonien verstanden, unter »Philadelpheia« eine Gegend vor allem in der Westtürkei. Zumindest handelt es sich um den östlichen Balkan und das westliche Anatolien. Hier also sollen die Wurzeln der Katharer liegen.

Damit ist die Frage nach ihren »Stammvätern« gestellt. Laut dem Text sind es die Manichäer. Auch hier gehen die Ansichten auseinander. Für die einen sind sie im Westen seit dem achten oder neunten Jahrhundert verschwunden. Andere denken an Einflüsse zwischen dem zehnten und dreizehnten, die von den innerasiatischen Manichäern ausgegangen sein könnten. Immerhin gibt es dort seit dem achten Jahrhundert unter den Turkvölkern manichäische Gemeinden. Da solche und verwandte Völkerschaften wie Petschenegen, Protobulgaren oder Kumanen auf dem Balkan einwanderten, könnten mit ihnen manichäische Gedanken dorthin gelangt sein. Das alles läßt sich nur vermuten; Beweise fehlen. Obendrein sind die katharischen Vorstellungen von den manichäischen so verschieden, daß bereits von dieser Seite her ein unmittelbarer Einfluß ausscheidet. Dafür spricht auch, daß die neue Gemeinschaft Bischöfe als Vorsteher ihrer Ortskirchen einsetzt. Die Manichäer kannten zwar ein ähnliches Amt. Dessen Inhaber waren jedoch für die Gesamtkirche bestellt.

Als weitere »Wurzel« werden die Paulikianer genannt. Diese kämpferische Glaubensgemeinschaft stammt aus der Mitte des siebten Jahrhunderts. Sie lebte am östlichen Rand des byzantinischen Reiches. 878 erlitt sie von dessen Militär den entscheidenden Schlag. Die damaligen Paulikianer wurden verstreut. Sie könnten bis ins zehnte Jahrhundert in der vorderen Türkei überlebt haben. Immerhin fehlte dann noch etwa ein Jahrhundert bis zu den Katharern. Vergleicht man Lehre und Tun der beiden, ergeben sich einige Gemeinsamkeiten: in der Annahme zweier Grundwesen, in den Aussagen über Satan als Gott des Alten Testamentes, über Christus und die Eucharistie, den Körper, die Mitglieder, über Schöpfung und Welt. Daneben sind beachtliche Unterschiede zu bemerken: in der Lehre von Gott, den Propheten, Petrus, Maria, dem Körper Christi, hinsichtlich des Klerus, im Kanon von Altem und Neuem Testament. Auch von dieser Seite her ist eine Abstammung höchst unwahrscheinlich.

Schließlich ist von den Bogomilen zu sprechen. Sie bestanden seit etwa 915/27 in Bulgarien und breiteten sich auf dem Balkan sowie im byzantinischen Reichsgebiet aus, bis hin in die Westtürkei. In diesem Gebiet konnten sie bis in das vierzehnte Jahrhundert bestehen. Ihr Name ist allerdings erst ab dem elften bezeugt, ihre hervorragende Gestalt, genannt Bogomil – er war vielleicht der Gründer oder ein bedeutender Missionar oder Gestalter der Gemeinschaft –, nur in zwei slawischen Quellen und einer byzantinischen. Anders als im Fall der Paulikianer gibt es weitaus mehr Gemeinsamkeiten zwischen ihnen und den Katharern. Beide stimmen in Lehre und Mythos auffällig überein, geben diesen aber auch eine eigene Gestalt. In der Bibelauslegung sind Übereinstimmungen wie Unterschiede festzustellen. Was den Gottesdienst und die Kritik an den entsprechenden Äußerungen der jeweiligen Großkirche anbelangt, stimmt man bis in Einzelheiten überein. In der religiösen Praxis sind beide Gemeinschaften eng verwandt. Sie unterscheiden sich lediglich im Weingenuß, den die Bogomilen ablehnen, die Katharer jedoch erlauben. Blickt man auf die Vorsteherschaft, zeigt sich ein gewichtiger Unterschied. Für die bogomilische sind verschiedene Namen überliefert. Sie alle scheinen eher einen Vorrang, eine Aufgabe oder Tätigkeit anzugeben als ein kirchliches Amt. Eine bischöfliche Verfassung und – mit ihr verbunden – die Gliederung in Ortskirchen war den Bogomilen wohl nicht geläufig. Dasselbe gilt für das Amt des Diakons. Er nimmt bei den Katharern den vierten Rang ein.

Diese Beobachtungen ermöglichen es, die geschichtliche wie geistige Herkunft der Katharer zu erschließen. Es ist sinnvoll, den Sachverhalt bereits hier zu behandeln, obwohl dazu manches vorweggenommen werden muß.

Da die Manichäer und Paulikianer einigermaßen sicher als »Stammväter« ausscheiden, bleiben nur die Bogomilen übrig. Seit dem neunzehnten Jahrhundert wird das von vielen Forschern so gesehen. Beide religiösen Gruppen erscheinen ihnen wie die zwei Seiten einer Münze: die Bogomilen als die östliche, die Katharer als die westliche. Inzwischen melden sich auch andere Stimmen, wenngleich selten. Sie stellen die geläufige Ansicht in Frage oder lassen beide Gemeinschaften in die gleiche Bewegung einmünden.

Der bereits erwähnte Raynerius Sacconi liefert einen wichtigen Anhaltspunkt, wenn er in seiner Summe schreibt:

Alle Kirchen der Katharer sind aber 16. […] Das sind ihre Namen: Kirche der Albanenser oder von Desenzano, Kirche von Concorezzo, Kirche der Bagnolenser oder von Bagnolo, Kirche von Vicenza oder der Mark, Kirche von Florenz, Kirche vom Spoletaner Tal, Kirche von Frankreich, Kirche von Toulouse, Kirche von Carcassonne, Kirche von Albi, Kirche von Slawonien, Kirche der Lateiner von Konstantinopel, Kirche der Griechen dort, Kirche von Philadelpheia in der Romania, Kirche von Bulgarien, Kirche von Dragowitsa. Sie alle stammen von den beiden letzten ab. […] Die Kirche der Lateiner in Konstantinopel sind etwa 50 [Katharer].

Ferner sind die Kirche von Slawonien und Philadel pheia und der Griechen [in Konstantinopel] von Bulgarien und Dragowitsa alle zusammen etwa 500 [Katharer].

Auch eine katharische Quelle äußert sich zur Sache. Sie umfaßt drei Bruchstücke, die entweder einem oder mehreren Schriftstücken entnommen sind. In der Endfassung haben sie es mit einer katharischen Kirchenversammlung zu tun, die 1167 im südfranzösischen St-Félix-Lauragais stattfand. Der einschlägige Text – das zweite Bruchstück – lautet:

Danach sagte Papas Niketas der Kirche von Toulouse: »Ihr habt mir gesagt, ich solle euch sagen, ob die Gewohnheiten der ursprünglichen Kirchen leicht oder schwer seien. Ich sage euch: Die sieben Kirchen Asiens wurden untereinander getrennt und umgrenzt. Keine von ihnen tat etwas der anderen zuwider. Die Kirchen der Romania, von Dragowitsa, Melenguia, Bulgarien und Dalmatien sind getrennt und umgrenzt. Keine tut der anderen etwas zuwider, und so haben sie untereinander Frieden. Handelt auch ihr dementsprechend.«

Niketas spielt wahrscheinlich auf die sieben Kirchen Kleinasiens an, die in den beiden ersten Kapiteln der neutestamentlichen Johannesoffenbarung erwähnt werden. Wenn er danach nur mehr fünf nennt, ist das vielleicht so zu verstehen: Die biblischen gelten als grundlegender Maßstab, die anderen als nächstliegendes Beispiel – am ehesten für das gegenseitige Verhältnis der Ortskirchen Toulouse und Carcassonne.

Es gibt noch einen weiteren Hinweis. Raynerius berichtet in seinem Werk, der katharische Bischof Nazarius habe ihm zu einer Lehrmeinung Folgendes anvertraut: … und er sagte, er habe diesen Irrtum vom Bischof und dem Älteren Sohn der bulgarischen Kirche. Neben dem bischöflichen und dem des Diakons ist auch das Amt des Älteren Sohnes den Bogomilen unbekannt.

Die drei Aussagen geben entscheidende Hinweise. Sie verbinden die östlichen Kirchen mit den westlichen. Dazu kommt, was in der folgenden Darstellung zu beobachten sein wird: Die östlichen sind die Mutterkirchen der westlichen; deren Bischöfe reisen zur Amtsübertragung nach Osten; von dort kommen Besucher, die – wie Niketas, der sich im Westen hoheitlich benimmt – einschneidende Veränderungen bewirken, zum Beispiel einen Bekenntniswechsel.

Wer sich darauf einen Reim machen will, muß den verbreiteten Gedanken aufgeben, die Katharer seien die Bogomilen des Westens. Sie haben sich anscheinend bereits im Osten gebildet und damit von den Bogomilen unterschieden. Es gibt folglich östliche Katharer, die in die Geschicke ihrer westlichen Glaubensgenossen eingreifen oder deren Anlaufstelle sind.

Die Abhandlung erzählt weiter:

Danach kamen Griechen von Konstantinopel – sie haben drei Tagereisen weit mit Bulgarien eine gemeinsame Grenze – des Handels wegen dorthin. Sie kehrten nach Hause zurück und setzten einen Bischof ein, als sie zahlreich wurden. Er heißt Bischof der Griechen. Danach kamen Franzosen nach Konstantinopel, um das [heilige?] Land zu unterjochen. Sie fanden diese Sekte, wurden zahlreich und setzten einen Bischof ein. Er heißt Bischof der Lateiner.

Zu den bisherigen Kirchen gesellen sich zwei neue. Das geschieht allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen. Der harmlosere ist der Handelsverkehr zwischen Konstantinopel und Bulgarien. Die griechischen Kaufleute, die für das Katharertum gewonnen waren, betrieben in ihrer Heimatstadt anscheinend eine erfolgreiche Mission, bildeten eine Ortskirche und erhielten einen eigenen Bischof. Wie im Fall der drei »Urkirchen« fehlt die Auskunft, wie das vor sich ging. Vermutlich wurde er – wie für die spätere Zeit berichtet – von den Mitgliedern der Ortskirche gewählt und erhielt dann von einem anderen Bischof das Amt. Die Frage, wer das bei den drei ersten Bischöfen vollzog, muß offenbleiben.

Der zweite Grund ist weniger harmlos. Falls »Land« zu Recht durch »Heiliges« ergänzt werden darf, kann es sich nur um einen Kreuzzug handeln. Von den drei möglichen Unternehmen – erster Kreuzzug von 1096 bis 1099 und 1101, zweiter Kreuzzug von 1145 bis 1149 – entspricht der erste Kreuzzug der Angabe der Abhandlung am ehesten. Er war eine überwiegend französische Sache. Von Mitte Juli 1096 bis zum Mai 1097 kamen die Teilnehmer in mehreren Wellen in die Stadt und verließen sie wieder. Das dauerte beim Unternehmen von 1101 nur von Mai bis Juli. Der zweite Kreuzzug scheidet aus, weil er zu einer Zeit stattfand, die nicht in die erkennbare zeitliche Entwicklung des Katharertums paßt. Das wird sich aus der folgenden Darstellung der Ereignisse unschwer ergeben. Sollten diese Vermutungen zutreffen, kann auch die Zeit der vorausgehenden Ereignisse bestimmt werden. Es handelt sich um die zweite Hälfte des elften Jahrhunderts.

Es ist gut denkbar, daß während dieses knappen Jahres einige Teilnehmer des Kreuzzuges – vermutlich aus niederen Schichten und völlig unbemerkt, weil dieser Vorgang sonst nirgends erwähnt wird – in der Stadt oder ihrer Umgebung ansässig werden. Sie konnten mit den dort lebenden Katharern in Berührung kommen, nachdem sie etwas Griechisch gelernt hatten, und sich ihnen anschließen. Gerade der Hinweis auf einen lateinischen Bischof spricht für die Glaubwürdigkeit der Angabe, weil er auf den Sprachunterschied als die hauptsächliche Hürde anspielt. Die ersten westlichen Katharer gewannen wohl in ihren Kreisen weitere hinzu. Sie schafften so die Voraussetzung für eine eigene Ortskirche und deren bischöfliche Leitung.

Laut Raynerius bestehen beide Kirchen noch um 1250. Die lateinische zählt fünfzig Katharer. Für die griechische gibt er keine genaue Zahl an. Auch diese Auskunft belegt, daß man der Abhandlung trauen darf.

Sie fährt dann fort:

Danach kamen einige aus Slawonien, nämlich aus dem Land, das Bosnien heißt, des Handels wegen nach Konstantinopel. Sie kehrten nach Hause zurück, predigten, wurden zahlreich und setzten einen Bischof ein, der Bischof von Slawonien oder Bosnien heißt.

Der Name »Slawonien« wird im Mittelalter für mehrere Gebiete gebraucht, so auch für Bosnien und Dalmatien. Niketas erwähnt in seiner Rede die Kirche von Dalmatien. Es kann sich bei beiden Kirchen um ein und dieselbe handeln. Vielleicht wird sie jeweils aus einem verschiedenen räumlichen Blickwinkel betrachtet. Wenn 1167 gesagt wird, sie sei eigenständig und lebe mit anderen östlichen Kirchen in Frieden, muß sie bereits einige Zeit bestanden haben. Wahrscheinlich wurde sie zwischen 1100 und 1150 gegründet, eher in der zweiten Hälfte dieses Zeitraumes.

Ihre weitere Geschichte ist nur schwer zu fassen. Einige Quellen aus den Jahren von 1185 bis 1203 berichten von angeblichen Ketzern, ohne sich näher über sie und ihre Eigenarten auszulassen. Die weiteren Auskünfte stammen aus dem italienischen Raum. Da ist zunächst eine kleine Schrift ohne Titel und Verfasser aus der Zeit um 1200. Man nennt sie nach den Anfangsworten Die Ketzerei der Katharer in der Lombardei. Sie berichtet, die katharischen Ortskirchen Mantua und Vicenza sähen in der slawonischen ihre Mutterkirche. Raynerius erwähnt sie um 1250, verschweigt aber die genaue Zahl ihrer Mitglieder.

Die nächste und zugleich letzte Auskunft stammt aus dem Jahr 1388. Ein gewisser Iacobus Bech gestand damals dem Inquisitionsgericht seine religiösen »Untaten«. Er schloß sich um 1378 im piemontesischen Chieri einer Gruppe an. Ihre Mitglieder werden »Katharer« oder »slawonische/bosnische Ketzer« genannt. Anscheinend wurde sie von Missionaren aus Bosnien gegründet. Mindestens seit 1348 reisten mehrere Mitglieder dorthin, um sich unterweisen zu lassen. Betrachtet man näher, was Iacobus zu Lehre, Gottesdienst und Praxis dieser Gruppe mitteilt, kann sie als grundsätzlich katharisch gelten.

Nun gab es im mittelalterlichen Bosnien die sogenannte »Bosnische Kirche«. Sie bestand dort bis zum Eindringen des Islam, bis in die Zeit von etwa 1463 bis 1481. In der Forschung streitet man darüber, ob diese Kirche ketzerisch war oder nicht, ob sie im ersten Fall katharisch war oder nicht. Auf Grund der Quellen ist nicht zu bestreiten, daß es im bosnisch-dalmatinischen Raum eine katharische Ortskirche gab. Ob sie zur »Bosnischen« wurde oder neben dieser bestand, kann nicht geklärt werden.

Hier ist der beste Platz, um von der »Kirche von Melenguia« zu sprechen. Sie wird allein von Niketas erwähnt und scheint im selben Zeitraum wie die slawonische entstanden zu sein. Leider fehlen jegliche Auskünfte zu ihrem Standort und ihrer Eigenart.

Die Abhandlung berichtet nun:

Danach kehrten die Franzosen, die nach Konstantinopel gezogen waren, in ihr eigenes Land zurück, predigten, wurden zahlreich und setzten den Bischof von Frankreich ein. Weil die Franzosen zuerst in Konstantinopel von den Bulgaren verführt wurden, heißen sie in ganz Frankreich bulgarische Ketzer. Ebenso hörten die Provenzalen – sie sind Grenznachbarn der Franzosen – deren Predigt und wurden von denen aus Frankreich verführt. Sie wurden so zahlreich, daß sie vier Bischöfe einsetzten, nämlich den Bischof von Carcassonne, von Albi, von Toulouse und von Agen.

Um 1250 zählt die lateinische Kirche in Konstantinopel noch fünfzig Katharer. Demnach kehrte auch im vorausgehenden Jahrhundert nur ein Teil ihrer Mitglieder in die Heimat zurück. Deren Mission war so erfolgreich, daß sie eine eigene Ortskirche errichten konnten. Wahrscheinlich wirkten sie auch im benachbarten Rheinland. Da dort um 1145 erstmals Katharer erwähnt werden, muß man die Rückkehr der nordfranzösischen und ihre Missionstätigkeit wohl in die Jahre nach 1130 verlegen.

Das gilt dann auch für die Ereignisse in Südfrankreich. Die Aussage der Abhandlung erweckt den Eindruck, als hätten Südfranzosen im Norden die Katharer kennengelernt. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, daß diese im Süden missionierten. Der Erfolg war überwältigend. Die vier neuen Ortskirchen werden erstmals 1167 in Verbindung mit der Versammlung in St-Félix-Lauragais genannt. Sie entstanden wohl in der Zeit zwischen 1130 und 1150.

Die nordfranzösische ist die »Urkirche« der westlichen katharischen Ortskirchen. Sie legte nicht nur den Grundstein zur deutschen – das ist zumindest wahrscheinlich –, sondern auch zu den südfranzösischen und italienischen. Ihre weitere Geschichte ist nur in groben Zügen bekannt. 1167 nahmen ihr Bischof und dessen Rat an der Versammlung in St-Félix-Lauragais teil. Laut der Ketzerei der Katharer gingen diese vermutlich ihren Bischof zwischen 1175 und 1180 an, damit er innere Streitigkeiten schlichte. Dann wird es längere Zeit still um die nordfranzösischen Katharer, zumindest was eindeutige Nachrichten angeht.

In seiner Chronik erzählt der Mönch Albericus v. Troisfontaines von einem schrecklichen Ereignis. Es geschah am 13. Mai 1239, und zwar im Rahmen der Inquisitionstätigkeit eines der schlimmsten Ketzerrichter, des Dominikaners Robertus Le Petit, genannt Bulgarus, weil er wahrscheinlich zuvor längere Zeit Katharer war.

In dem Jahr wurde am Freitag der Woche vor Pfingsten durch die Verbrennung von Bulgariern dem Herrn ein sehr großes und wohlgefälliges Opfer dargebracht. Es wurden ja 183 Bulgarier in Gegenwart des Königs von Navarra und der Barone der Champagne in Mont-Aimé – er wird seit alters Widomarsberg genannt – verbrannt. Anwesend waren … [es folgen die Namen von 16 Bischöfen] und viele andere kirchliche Prälaten, nämlich Äbte, Priore und Dekane. Nicht alle nahmen jedoch an dieser Verbrennung teil, denn in dieser Woche, als das Verhör stattfand, kamen die einen und gingen die anderen. Es war auch eine so große Menge Leute jedes Geschlechtes, Alters und Standes zugegen, daß man ihre Zahl auf 700 000 schätzte. Wie in alter Zeit – so heißt es – die Hunde von allen Seiten an diesen Ort zusammenkamen, einander bekämpften – das ist ein Vorzeichen für die Zukunft – und sich gegenseitig zerrissen, so wurden diese Bulgarier, die schlimmer als Hunde sind, an einem Tag zum Triumph der heiligen Kirche ausgemerzt. Ihr oberster Meister, der Erzbischof de Moranis heißt, sagte laut zu ihnen: »Ihr alle werdet gerettet sein, losgesprochen von meinen Händen. Ich allein bin verdammt, weil ich keinen Höheren habe, der mich losspräche.« Sie hatten auch einige Vetteln, denen sie Decknamen beilegten. So wurde die eine »Heilige Maria«, eine andere »Heilige Kirche« oder »Römisches Gesetz«, eine andere »Heilige Taufe« oder »Ehe« oder »Heilige Kommunion« genannt. Wenn sie beim Verhör sagten: »Ich glaube, was die heilige Kirche oder das römische Gesetz glaubt«, meinte sie damit jene Vettel, die sie »Kirche« und so weiter nannten. Dort war auch eine Vettel von großem Ruf aus Provins, namens Gisla. Sie wurde »Äbtissin« genannt. Ihr Tod wurde aufgeschoben, weil sie Bruder Robertus versprach, sie werde noch andere in großer Zahl verraten. Eine andere Frau gestand auf Drängen von Bruder Robertus, sie sei am Karfreitag nach Mailand gebracht worden, um dort die Bulgarier bei Tisch zu bedienen, und habe einen Dämon in ihrer Gestalt bei ihrem Mann gelassen. Was die Ketzer, die von dem schändlichen Mani abstammen, meinen oder lehren, oder was sie im Verborgenen tun, muß jetzt nicht vorgetragen werden, da es stinkt und schrecklich ist. Sie stinken unter den anderen derart, daß sie von Kundigen an ihrem Gestank erkannt werden. Bruder Robertus fand heraus – und dementsprechend meint man allgemein –, daß jener schlimme Manichäer Fortunatus, den der heilige Augustinus aus Afrika verjagte, damals in diesen Teil der Champagne kam. Er traf den Räuberhauptmann Widomar, der sich auf diesem Berg mit seiner Bande versteckte, und bekehrte ihn zu seiner Sekte. Seitdem fehlte in den Dörfchen um diesen Berg niemals jener schlimme Same Kanaans und nicht Judas.

Albericus vermischt hier Tatsachen, die auch von anderen Berichterstattern erwähnt werden – wie den Vorgang, die Beteiligten, die Zahl der Verbrannten –, mit absonderlichen Einzelheiten. Sie sollen wohl die Verruchtheit der Ketzer herausstreichen. Zugleich scheint es, als lasse der Ort ihres Wirkens und Todes nichts anderes erwarten, als daß sie Manichäer sind.

Wollte man sie deshalb für Katharer halten, ist zumindest Vorsicht geboten. Der Name »Bulgarier« allein sagt noch nicht viel. Er wurde damals auch für andere religiöse Abweichler oder sonstige verworfene Gestalten gebraucht. Die Katharer kannten zwar Bischöfe, aber keinen Erzbischof. Von Decknamen für alte Frauen erzählt Albericus noch an anderer Stelle:

In der Stadt Troyes wurden in diesem Jahr [1200] acht Publikaner, nämlich fünf Männer und drei Frauen, entdeckt, zum Feuertod bestimmt und verbrannt. Unter ihnen waren zwei alte Schandweiber. Sie nannten – ach! – die eine »Heilige Kirche« und die andere »Heilige Maria«. So täuschten sie abgefeimt, die sie täuschen konnten, indem sie sagten: »Ich glaube, was die heilige Kirche und die heilige Maria glauben.« Von diesen Publikanern wurden noch viele andere genannt. Einige davon entgingen der Verurteilung, weil sie bekannten.

Das alles nimmt sich für Katharer reichlich seltsam aus. Ob es sich bei dem Zuruf des »Erzbischofs« um eine verkürzte Art des katharischen Consolamentum, der Geisttaufe, handelt, ist fraglich, wenngleich nicht ausgeschlossen. Leider schweigt Albericus zu Lehre und Praxis der Verurteilten. Die Opfer von Mont-Aimé und Troyes können Katharer gewesen sein, müssen es aber nicht unbedingt. Daher lassen sich beide Ereignisse wie manch andere zu dieser Zeit nicht mit Gewißheit der Geschichte der nordfranzösischen Kirche zuschreiben.

1250 berichtet Raynerius: »Die Kirche [Nord]frankreichs weilt in Verona und in der Lombardei; sie sind um die 150 [Katharer].« Bereits um 1160 wohnten dort Mitglieder dieser Kirche, wie die Abhandlung berichtet. Ein Schreiber, der ihr angehörte, konnte einen gewissen Marcus für das Katharertum gewinnen, dieser zwei seiner Freunde. Dann heißt es:

Alle diese Verführten beratschlagten mit dem besagten Schreiber. Der schickte sie nach Roccavione, einem Ort bei Cuneo, wo Katharer weilten, die aus Frankreich gekommen waren, um dort zu wohnen. Der Bischof der Ketzer war nicht dort, sondern in Neapel.

Es ist unerfindlich, warum sich diese Katharer dort aufhielten, einen Bischof hatten, ferner, was dieser in Neapel zu tun hatte. Man kann der Auskunft lediglich entnehmen, daß die erwähnte Kirche bereits früh in Oberitalien Fuß faßte. Ob die Verfolgung durch den Inquisitor Robertus sie zur – vielleicht erneuten – Übersiedelung dorthin zwang, ist weder zu belegen noch auszuschließen.

Die Abhandlung erwähnt für die Zeit um 1260 einen gewissen Viventius v. Verona als Bischof dieser Kirche. Eine Aussage vor dem Inquisitionsgericht nennt für die Jahre 1271/72 Guillelmus Petri als solchen. Danach verlieren sich die Spuren der nordfranzösischen Kirche.

Wenn die naheliegende Vermutung zutrifft, deren Mitglieder hätten auch im Rheinland missioniert, ist hier der rechte Ort, die Entwicklung und Geschichte des Katharertums im deutschen Raum zu schildern.

Als erster berichtet Evervinus, der Prior des Prämonstratenserklosters Steinfeld in der Eifel, vom Auftreten der Katharer. Er schreibt um 1145 einen Brief an Bernardus v. Clairvaux. Dieses Schreiben ist zugleich der älteste sichere Beleg für das Katharertum überhaupt. Es heißt darin:

Neulich wurden bei uns in der Nähe Kölns einige Ketzer entdeckt. Einige von ihnen kehrten unter Buße zur Kirche zurück. Zwei von ihnen, nämlich ihr sogenannter Bischof mit seinem Gefährten, widerstanden uns in einer Versammlung von Klerikern und Laien, in Gegenwart des Herrn Erzbischofs mit bedeutenden vornehmen Männern. Sie verteidigten ihre Ketzerei aus den Worten Christi und des Apostels. Als sie jedoch sahen, daß sie nicht vorankommen, erbaten sie einen festgesetzten Tag, um aus den Ihren Männer herbeizubringen, die ihres Glaubens kundig sind. Sie versprachen, sie wollten der Kirche beitreten, wenn sie ihre Meister in der Antwort schwach sähen. Ansonsten wollten sie eher sterben, als von dieser Meinung abzuweichen. Das wurde gehört. Nachdem sie drei Tage lang ermahnt wurden und keine Vernunft annehmen wollten, wurden sie gegen unseren Willen von den Leuten aus übergroßem Eifer gepackt, in das Feuer geworfen und verbrannt. Am wunderbarsten ist, daß sie die Feuerqual nicht nur geduldig, sondern auch freudig auf sich nahmen und aushielten.

Es scheint, als bestehe zur besagten Zeit im Rheinland eine entwickelte katharische Ortskirche mit einem Bischof – falls dieses Wort den katharischen Sprachgebrauch wiedergibt – und Theologen. Allerdings nimmt es sich etwas merkwürdig aus, daß der Bischof selbst in der Lehre nicht sattelfest ist. Mission und Aufbau müssen eine gewisse Zeit in Anspruch genommen haben. Besonders das spricht dafür, die Rückkehr der nordfranzösischen Katharer von Konstantinopel in ihre Heimat in die Jahre um und nach 1130 zu verlegen.

Der Feuertod ihres Bischofs sowie seines Gefährten und der Abfall einiger Mitglieder hat die Katharer nicht gebremst. Sie betrieben anscheinend weiterhin Mission und machten dabei auch vor Klerikern nicht halt. Eckbertus, der spätere Benediktinerabt von Schönau im Bistum Limburg, schreibt dazu im Vorwort seiner 1163 verfaßten Predigten gegen die Irrtümer der Katharer – er widmet sie seinem Studienfreund, dem Kölner Erzbischof Rainaldus v. Dassel – über die Zeit vor 1155:

In Eurem Bistum werden häufig gewisse Ketzer ergriffen, die in diesen Tagen ihren Irrtümern nach äußerst bekannt sind. Die Leute nennen sie Katharer. […] Sie stützen sich auf die Worte der Heiligen Schrift, die anscheinend irgendwie mit ihren Ansichten übereinstimmen, und wissen aus ihnen ihre Irrtümer zu verteidigen … Als ich in der Bonner Kirche Kanoniker war, stritten ich und mein Busenfreund Bertolphus oft mit solchen. Ich achtete sorgfältig auf ihre Irrtümer und Verteidigungen. Vieles auch erfuhr man von denen, die ihre Kreise verließen.

Der nächste Schlag traf die rheinischen Katharer im Jahr 1163. Das Ereignis wird von mehreren Quellen geschildert, am knappsten und zugleich mit den genaueren Umständen von der Kurzen Kölner Chronik:

Im Jahr Christi 1163, dem vierten des Kölner Erzbischofs Reinoldus, am 2. August, einem Freitag, wurden Kataphryger oder Katharer, sechs Männer und zwei Frauen mit ihren Leitern Arnoldus, Marsilius und Thiodoricus in der Stadt Köln ergriffen. Sie wurden vom Klerus verurteilt und exkommuniziert, von den Richtern und den Stadtleuten auf einem Hügel, der jüdischer heißt (Judenbuechel), neben dem jüdischen Friedhof verbrannt, da sie den katholischen Glauben nicht annehmen und ihre unheilige Sekte nicht aufgeben wollten. Auf Anstiften des Teufels blieben sie so hartnäckig bei ihrem Vorsatz, daß einige von ihnen sich selbst in die wütenden Flammen stürzten.

Eckbertus schreibt in seinen Predigten dazu: »Hat nicht neulich Köln euren Erzkatharer Arnoldus und seine Komplizen getauft, und ebenso Bonn Theodoricus und seine Gefährten …« Die Königliche Kölner Chronik berichtet:

In diesem Jahr kamen auch einige Ketzer der Sekte derer, die Katharer heißen, aus Flandern nach Köln. Sie hielten sich zunächst bei der Stadt in einer Scheune versteckt. Da sie aber nicht einmal am Sonntag die Kirche betraten, wurden sie von den Anwohnern ergriffen und verraten.

Alle erhaltenen Nachrichten stimmen zwar nicht in sämtlichen Einzelheiten überein, scheinen aber im großen und ganzen die Ereignisse richtig wiederzugeben. Es fällt auf, daß Eckbertus zwei Scheiterhaufen erwähnt und so der Kurzen Chronik widerspricht. Da er die Verhältnisse kannte, ist seine Auskunft zu bevorzugen. Daß die Ankömmlinge aus Flandern stammen, rückt sie in die Nähe der nordfranzösischen Kirche. Es kann gut sein, daß sie von ihr für das Katharertum gewonnen wurden und dann selbst Mission betrieben.

Der Mönch Emecho v. Schönau verfaßte die Lebensbeschreibung des Eckbertus. In ihr erzählt er von dessen Besuch in Mainz, der zwischen 1163/ 66 und 1179 stattfand:

Es geschah daher häufig, daß er zu kirchlichen Geschäften, wo es um die Heilige Schrift ging, eingeladen wurde. So wurde er einmal gebeten, nach Mainz zu kommen, um einige zu prüfen, die zur katharischen Ketzerei gehörten. Als nämlich eine Frau, die von einem Dämon besessen war, nach Bingen gebracht worden war, um dort durch das Gebet von Frau Hildegardis in Sankt Rupert vom Herrn geheilt zu werden, verriet der Dämon – nicht freiwillig, sondern vom Willen des Herrn dazu gebracht – einige Katharer – der Zahl nach etwa vierzig –, die in Mainz wohnten, und gab im Geheimen an, wo sie wohnten und ihre Toten begruben. Als sich nun alle seine Angaben als wahr erwiesen und sie über ihren Glauben ausgefragt wurden, antworteten sie so vorsichtig und hinterlistig, daß sie nicht als Ketzer ergriffen werden konnten, bis der Abt Eckbertus herbeigerufen war, nicht duldete, daß sie ihre üblichen Ausflüchte gebrauchten, und ihren Irrtum sowie ihre Ketzerei aufdeckte. Er wußte nämlich viel von ihrer Sekte, da sich einige aus dieser Ketzerei mit ihm angefreundet hatten, als er noch in Bonn wohnte, in der Hoffnung, sie könnten ihn für ihre Sekte gewinnen. Sie kamen daher häufig zu ihm. Von ihnen erfuhr er vieles über ihre Irrtümer. […] Alle in Mainz, die entdeckt, von ihm überführt sowie in ihren Irrtümern festgenagelt waren, wurden aus der Stadt getrieben, außer einem, der mehrere Jahre ihr Leiter und Meister war. Er verabscheute seinen Irrtum und kehrte zum katholischen Glauben zurück.

Nach diesen verhältnismäßig zahlreichen Auskünften zur Frühzeit des Katharertums im deutschen Raum schweigen die Quellen für lange Zeit. Erst wieder in den Jahren um 1231/33 gibt es Anzeichen dafür. Es handelt sich um die Geständnisse eines gewissen Lepzet und eines Burchardus. Sie hängen wahrscheinlich mit der Tätigkeit des Conradus v. Marburg zusammen. Er war ein ähnlich schrecklicher Ketzerrichter wie sein Kollege Robertus Le Petit/ Bulgarus in Nordfrankreich. Dazu kommen einige andere Zeugnisse, die zumindest sachlich mit den Geständnissen verwandt sind.

Ihre Ausbeute ist leider gering. Burchardus kennt die Dinge nur vom Hörensagen. Lepzet dagegen scheint kundiger zu sein, vertritt aber neben üblichen katharischen Ansichten recht eigenartige. So stellt er das Verhältnis von Gott und Satan auf den Kopf. Was beide bieten, zeigt ein Katharertum, das zumindest theologisch entartet ist und wohl in seinen letzten Zügen liegt. Ob das allgemein für den deutschen Raum galt, ist nicht zu beurteilen, da weitere Belege fehlen. Tatsächlich scheinen die Katharer dort verschwunden zu sein, während ihre Gegner, die Valdenser, das Feld behaupteten.

Kehren wir zurück zur Abhandlung. Sie berichtet ab jetzt von den Anfängen des Katharertums in Italien:

Nach langer Zeit kam ein gewisser Schreiber aus Frankreich in die Lombardei, nämlich in die Grafschaft Mailand, in das Gebiet von Concorezzo. Er traf dort jemanden namens Marcus – er war von einem dortigen Ort namens Cologno – und verführte ihn. Dieser Marcus redete mit zwei Freunden, nämlich Iohannes dem Juden und Ioseph. Merke: Marcus war Totengräber, Iohannes Weber, Ioseph Schmied/Zimmermann. Einer von ihnen ging nach Mailand, zum östlichen oder Concorezzotor, traf dort einen seiner Freunde namens Aldricus v. Bando und verführte ihn. Alle diese Verführten beratschlagten mit dem besagten Schreiber. Der schickte sie nach Roccavione, einem Ort bei Cuneo, wo Katharer weilten, die aus Frankreich gekommen waren, um dort zu wohnen. Der Bischof der Ketzer war nicht dort, sondern in Neapel. Sie gingen dorthin, fanden ihn und blieben ein Jahr lang dort.

Wie bereits erwähnt, verdankten die italienischen Ortskirchen ihre Entstehung der nordfranzösischen. Die »Gründerväter« entstammten nicht gerade der feinsten Gesellschaft. Wahrscheinlich war ihr »Verführer« unfähig oder nicht willens, sie gründlicher zu unterrichten. Deshalb verwies er sie an Kundigere, die obendrein seiner Kirche angehörten und sich aus unerfindlichen Gründen in Piemont niedergelassen hatten. Die kurze Reise blieb erfolglos. So mußten sie die längere antreten, um ihr geistliches Ziel zu erreichen. Warum zu den Katharern von Roccavione ein Bischof zählte und dieser sich in Neapel aufhielt, ist ebenso unerfindlich. Die Abhandlung erwähnt später den katharischen Diakon Hilarius, der in Kalabrien weilte. Man kann nur vermuten, er habe sich dort um Katharer der nordfranzösischen Kirche gekümmert, die es nach Süditalien verschlagen hatte. So erhielte auch die Reise des Bischofs dorthin einen Sinn. Wie dem auch sei, werden Marcus und seine Begleiter während ihres Aufenthaltes in Neapel wohl in die Lehre und das Leben der Katharer eingeführt und so auf den Empfang des Consolamentum, der Geisttaufe, vorbereitet worden sein.

Es heißt weiter:

Danach empfing Marcus die Handauflegung und wurde Diakon. Der besagte Bischof sandte ihn in seine Heimat, nach Concorezzo. Dort predigte er allein. Durch seine Predigten in der Lombardei, danach in den Marken und nach in der Toskana wurden sie ungemein zahlreich.

Sie brachten die Ketzerei von Neapel in die Lombardei: Marcus, Iohannes der Jude, Ioseph und Aldricus, um die Zeit von 1174.

Den krönenden Abschluß des Unterrichtes bildete die »Handauflegung«, eben das Consolamentum