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Claudia Dreizler

TANTE LENE KOCHT EIN

Freches aus der Früchteküche: Marmeladen, Chutneys und Gelees

JAN THORBECKE VERLAG

INHALT

Warum dieses Buch?

Tipps und Tricks aus Tante Lenes Küche

Apfelpektin

Frühjahr

Erdbeeraufstrich mit Mohn

Erdbeeraufstrich mit Basilikum

Rhabarberaufstrich

Rosen-Himbeer-Zimt-Salz

Kirschaufstrich mit Marzipan

Mirabellenaufstrich mit Estragon

Löwenzahn-„Honig“

Sommer

Himbeer-Limes

Himbeeressig

Johannisbeer-Sekt-Gelee

Walnuss-Likör

Pfirsichaufstrich mit Tonkabohne

Feigenaufstrich

Brombeeraufstrich mit Lavendel

Brombeeraufstrich mit Zucchini

Herbst

Zwetschgen im Dunst

Zwetschgen-Chutney

Trauben-Tomaten-Gelee

Trauben-Minze-Gelee

Apfelmostgelee mit französischen Kräutern

Bratapfelmarmelade

Birnengelee mit Estragon

Birnenaufstrich mit Walnuss und Hägenmark

Rote Birnen

Quittenaufstrich mit weisser Schokolade

Sirup aus zweierlei Quitten

Zierquittenpraline

Quittensenf

Schlehenmarmelade

Süß-sauer eingelegte Mispeln

Winter, Tante Lenes Rezepte aus dem Vorrat

Rumtopf

Apfelbrot

Crostata

Maroni-Kekse

Energiekugeln

Dominosteine

Das Freilichtmuseum in Beuren oder: Wie dieses Buch entstand

Etiketten

Über die Autorin

Über das Buch

Impressum

Hinweise des Verlags

Leseempfehlung

WARUM DIESES BUCH?

„Wenn ich im Obstgarten spaziere, sehe ich ihn schon als Konfitüre“

STANISLAW JERZY LEC, (1909–1966, POLNISCHER LYRIKER)

Aufgewachsen bin ich auf dem Land mit einem großen Garten und einer Familie, die gerne ihr Wissen über die Natur und ihre Rezepte weitergab. Und so koche ich, seit ich zurückdenken kann, die Früchte des Gartens ein.

Dieses Buch möchte einige Anregungen geben und Mut und Lust auf das Erproben der unterschiedlichen Arten des Konservierens machen. Ganz im Sinne meiner Tante Lene, deren alte Kochbücher, darunter ein Einmachbuch von 1910, die Grundlagen meiner Rezepte bilden. Mit meiner Kreativität versetzt haben diese Rezepte auch nach über 100 Jahren noch ihre Berechtigung. Tante Lene war eine bodenständige, lebensbejahende Frau, die die Natur und besonders ihren Garten liebte und deren Ziel es war, nichts von ihrer großen Ernte verkommen zu lassen. Und so wird mir ihre Vorratskammer ewig als gut und lecker gefüllt in Erinnerung bleiben. Ihr Lebensmotto wurde auch meines:

„Die Natur schenkt uns viele leckere Früchte, deshalb ernte mit Respekt und koche und rühre mit Liebe – das wird man schmecken!“

Der Garten hinterm Haus, wie auch ihr Gartengrundstück oder auf Schwäbisch ihr „Stückle”, beherbergen Obstbäume, Beeren- und Wildsträucher, Erdbeer- und Rhabarberpflanzen, ein Kräuterbeet, einen Walnussbaum und natürlich auch einen Holunderstrauch, der früher als Schutzbaum an jedes Haus gehörte. Dieser Garten ist nun meiner, und alle Rezepte in diesem Buch wurden mit den Früchten aus diesem wunderbaren Stück Erde erprobt. Den Anfang meines Erntejahrs bildet der Rhabarber, und Quitten und Maroni beenden dieses. Und der kleine Laden, in dem ich Selbstgemachtes aus dem Garten verkaufe, heißt daher ebenfalls nach Tante Lene.

Sollten Sie keinen Garten ihr Eigen nennen, dann empfehle ich einen Besuch auf den Wochenmärkten der Region oder auch die Streuobstbörse ihrer Stadt. Oder schauen Sie einmal überregional bei http://www.streuobstwiesen-boerse.de vorbei.

Selberkochen bedeutet zu wissen, was in den Gläsern ist. Selbermachen ist nachvollziehbar. Auch habe ich immer ein nettes Geschenk parat. Schön Verpacktes aus der Vorratskammer freut jeden. Sollten sich überraschend Gäste ankündigen – ich bin vorbereitet: Eine Crostata (S. 78), ein Mürbeteig gefüllt mit einem Glas Marmelade, ist binnen einer Stunde fertig und so lecker, dass Ihnen das Lob der Gäste sicher ist.

Probieren Sie die Rezepte aus, gerne können Sie nach Lust und Laune Zutaten austauschen, behalten Sie jedoch bitte das Verhältnis von Frucht und Zucker bei, damit die optimale Konsistenz erhalten bleibt.

Ich wünsche gutes Gelingen!

Claudia Dreizler („Tante Lene“)

TIPPS UND TRICKS AUS TANTE LENES KÜCHE

Zucker, Gelierzucker oder Zucker und Pektin? Zitronensäure?

Damit Marmeladen und Gelees haltbar und fest werden, brauchen sie Zucker und Pektin. Viele Früchte, besonders die sauren und harten, setzen bei langem Kochen mit Zucker selbst genug Pektin frei und gelieren so mit einfachem Haushaltszucker. Beim stundenlangen Kochen gehen aber wertvolle Inhaltsstoffe der Früchte verloren. Im Gelierzucker aus dem Handel ist das Pektin schon enthalten, bei 2:1- oder 3:1-Zucker werden außerdem Konservierungsmittel zugesetzt, weil der geringere Zuckergehalt die Marmelade nicht so gut konserviert. Wer das nicht möchte, kann sein Pektin auch selbst herstellen. Das erste Rezept in diesem Buch beschreibt, wie man selbst Pektin aus Äpfeln gewinnt (S. 12). Für meine Rezepte nehme ich normalerweise 2:1-Gelierzucker. Außerdem habe ich immer etwas Zitronensäure-Pulver vorrätig. Das Pulver kann man im Supermarkt oder in der Apotheke in kleinen Papiertüten kaufen.